Aktualisiert 24.04.2020 14:23

Wegen Corona

Tausende Kinder bangen um ihr Sommerlager

Ob die traditionellen Lager der Jugendverbände im Sommer stattfinden oder nicht, ist noch ungewiss. Klare Weisungen des Bundes gibt es noch nicht. Geplant wird trotzdem.

von
Nathan Keusch
1 / 8
Die Sommerlager, «jährliches Highlight» vieler Jugendvereine drohen dieses Jahr wegen Corona ins Wasser zu fallen.

Die Sommerlager, «jährliches Highlight» vieler Jugendvereine drohen dieses Jahr wegen Corona ins Wasser zu fallen.

Jungwacht Malters
Die Jugendverbände planen aber weiterhin an ihren Sommerlagern. Falls sie stattfinden können, soll auch ein Programm stehen.
Die Jugendverbände planen aber weiterhin an ihren Sommerlagern. Falls sie stattfinden können, soll auch ein Programm stehen.

Jubla Schweiz
Weiter sei man auch schon Hygienemassnahmen für die Zelt- und Hauslager am ausarbeiten, sagt Roman Oester, Kommunikationsverantwortlicher von Jungwacht und Blauring Schweiz. Er ist sich bewusst, dass solche Massnahmen schwer umsetzbar sind. Immerhin sind die Teilnehmer meist auf engstem Raum zusammen…

Weiter sei man auch schon Hygienemassnahmen für die Zelt- und Hauslager am ausarbeiten, sagt Roman Oester, Kommunikationsverantwortlicher von Jungwacht und Blauring Schweiz. Er ist sich bewusst, dass solche Massnahmen schwer umsetzbar sind. Immerhin sind die Teilnehmer meist auf engstem Raum zusammen…

Jubla Schweiz

«Das Sommerlager ist das jährliche Highlight jeder Schar», sagt Roman Oester, Kommunikationsverantwortlicher von Jungwacht und Blauring Schweiz. Aber ob die Sommerlager dieses Jahr stattfinden können, sei noch ungewiss. Corona droht den Jugendorganisationen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

«Wir sind auf Infos des Bundes angewiesen»

Eine klare Weisung des Bundes, ob die Lager stattfinden können, gibt es noch nicht. Für Oester ist klar: «Können die Kinder unter speziellen Massnahmen in die Lager, wird die Planung sicher herausfordernd. Grössere Scharen müssen sich vielleicht aufteilen.» Die Lager würden weiterhin geplant, sodass ein Lagerprogramm bei Bedarf vorhanden sei.

Weiter sei man auch schon Hygienemassnahmen für die Zelt- und Hauslager am ausarbeiten, sagt Oester. Er ist sich bewusst, dass solche Massnahmen schwer umsetzbar sind. Immerhin sind die Teilnehmer meist auf engstem Raum zusammen. Oester: «Wir versuchen die Lager so anzupassen, dass sie durchführbar sind. Aber dazu sind wir auf die Infos des Bundes angewiesen.»

Bund arbeitet an Exit-Strategie

Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Tobias Fankhauser, Mediensprecher des Bundesamt für Sport, dass das Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) dem Bundesrat bis Ende April die Strategie zur Lockerung der Massnahmen im Bereich Sport vorschlagen wird. Teil dieser Exit-Strategie Sport seien auch die J+S-Lager der Jugendvereine. «Ob Lager stattfinden können und falls ja, in welcher Form, wird derzeit entsprechend im Rahmen der Erarbeitung dieser Exit-Strategie Sport geklärt», sagt Fankhauser. Er ist sich bewusst, dass eine rasche Umsetzung der Exit-Strategie im Sportbereich von der Bevölkerung gewünscht wird.

Für das Kala2020 kommt die Exit-Strategie des Bundes zu spät. Die Jubla-Scharen des Kanton Luzerns wollten dieses Jahr ein Kantonslager (Kala) durchführen. Schweren Herzens berichtet der OK-Co-Präsident Valentin Gmür, dass der Lager-Grossevent um ein Jahr verschoben werden muss. «Wir haben im Herbst 2016 mit der Planung angefangen und hätten rund 4000 Leitende und Kinder erwartet», sagt Gmür. Nun hätten Sanitäts-und Notfalldienste ihre Unterstützung wegen mangelnden Ressourcen abgesagt. Dass ein solcher Grossanlass unter diesen Umständen unmöglich ist, sei dem Kala-OK klar, meint Gmür. Viele der betroffenen Scharen seien nun darum bemüht eine Alternative zu finden und planen weiter.

«Plant weiter!»

«Es ist noch nicht absehbar, wie es im Sommer aussieht», sagt Felix Furrer. Der Mediensprecher des Cevi Schweiz ruft die Cevi-Abteilungen trotzdem auf, weiter zu planen. Falls es zur Absage der Lager kommt, kann sich Furrer auch vorstellen, dass Tagesaktionen ohne Übernachtungen durchgeführt werden. Oder dass man die Lager in den Herbst verschiebt.

Ebenfalls weiterplanen möchte die Pfadi. Mediensprecherin der Pfadibewegung Schweiz (PBS), Daniela Diener, sagt: «Wir sind verhalten zuversichtlich. Das Baspo arbeitet ja an einer Exit-Strategie für den Sport. Dabei ist es uns wichtig, dass nicht nur die klassischen Sportarten wie Fussball berücksichtigt werden, sondern auch wir Jugendverbände.» Für Diener ist klar, dass die Sommerlager dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden werden: «Zur Einhaltung von Hygienemassnahmen in Lagern wird wohl viel Kreativität nötig sein.» Trotzdem lautet Dieners Botschaft an die Pfadi-Abteilungen: «Plant weiter aber legt ein spezielles Augenmerk auf die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus!»

Fehler gefunden?Jetzt melden.