Deutschland: Tausende Metaller streiken
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DeutschlandTausende Metaller streiken

Mit dem Ende der Friedenspflicht sind in der Nacht in Deutschland tausende Metaller in den Warnstreiks getreten. Um Mitternacht legten Beschäftigte in mehreren Bundesländern vorübergehend die Arbeit nieder, um ihrer Forderung nach acht Prozent mehr Geld Nachdruck zu verleihen.

Vor allem der Automobilhersteller Audi wurde bestreikt. Am Montag sollen die Warnstreiks auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden.

Bei der Audi AG in Ingolstadt begannen rund 4.000 Beschäftigte gleich um Mitternacht mit einer Protestaktion, wie die IG-Metall am frühen Samstagmorgen mitteilte. In Neckarsulm beendeten nach Angaben der Gewerkschaft etwa 1.000 Audi-Mitarbeiter um 04.30 Uhr vorzeitig ihre Schicht.

Auch in weiteren Unternehmen in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen gab es noch in der Nacht Protestaktionen. In Niedersachsen beteiligten sich laut IG Metall rund 180 Beschäftigte in Hannover und Bramsche an Mitternachtswarnstreiks.

Auf einer Kundgebung von Beschäftigten beim Weissblechhersteller Rasselstein im rheinland-pfälzischen Andernach verteidigte IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer die 8-Prozent-Forderung der Gewerkschaft. Eine ordentliche Lohnerhöhung sei ökonomisch geboten, sagte Schwitzer. Das Lohnangebot der Arbeitgeber sei «geradezu eine Beleidigung für jeden Einzelnen, der nicht weiss, woher er das Geld für die gestiegene Rechnung für Heizung, Miete oder Lebensmittel nehmen soll».

Die Gewerkschaft verlangt für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselindustrie acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber boten in einer ersten Offerte 2,9 Prozent inklusive Einmalzahlungen, was die IG Metall als völlig unzureichend zurückwies. Am Montag will die Gewerkschaft eine Warnstreikwelle starten, «wie sie die Republik selten erlebt hat», wie IG-Metall-Chef Berthold Huber angekündigt hat. (dapd)

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