Thailand: Tausende «Rothemden» auf Bangkoks Strassen
Aktualisiert

ThailandTausende «Rothemden» auf Bangkoks Strassen

Tausende Oppositionelle haben in Bangkok die Begnadigung des abgesetzten und geflüchteten thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gefordert.

Im Herzen der Hauptstadt versammelten sich zunächst mehr als 20.000 Anhänger Thaksins, zumeist in roten Hemden, der Farbe der Opposition. Rund 2.000 von ihnen marschierten später zum Königspalast, um den Herrscher Bhumibol Adulyadej um die Begnadigung des 2006 mit einem Militärputsch aus dem Amt getriebenen Regierungschef Thaksin zu bitten.

Die Demonstration war die erste seit Monaten und liess neue Konfrontationen befürchten. Abwechselnde Proteste der Gegner Thaksins, der «Gelbhemden», und jene der «Rothemden» haben das Land in den vergangenen drei Jahren periodisch immer wieder ins Chaos gestürzt. Der Regierungssitz wurde lange blockiert, auch die zwei Flughäfen der Stadt mussten zeitweise geschlossen worden.

Thaksin sprach am Montag telefonisch zu seinen Anhängern in Bangkok und bedankte sich für die Unterstützung. «Die Menschen sind heute hier, weil sie drei Jahre Ungerechtigkeit satt haben», sagte Thaksin. Er zähle auf den guten Willen des Königs, Thailand auszusöhnen. Eine Begnadigung durch den König war Beobachtern zufolge jedoch sehr unwahrscheinlich. Thaksin - Politiker, Unternehmer und Milliardär in Personalunion - wurde im vergangenen Jahr in Thailand wegen Korruptionsvorwürfen in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft verurteilt. Sein thailändischer Pass wurde für ungültig erklärt.

Thaksins Anhängern zufolge haben fünf Millionen Menschen eine Petition für dessen Begnadigung unterschrieben. Die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hat diese Angaben jedoch als übertrieben zurückgewiesen. (dapd)

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