Aktualisiert 23.01.2011 20:14

Atom-Abstimmung

Tausende Solarpanels gegen ein AKW

Gleich viel Strom, gleich hohe Kosten, aber ohne Atommüll: Eine Firma will das AKW Mühleberg durch tausende Solarpanels ersetzen.

von
Bigna Silberschmidt
In den nächsten 15 Jahren sollen auf 16 000 Dächern Solarpanels montiert werden. Foto: key

In den nächsten 15 Jahren sollen auf 16 000 Dächern Solarpanels montiert werden. Foto: key

Kurz vor dem Endspurt im AKW-Abstimmungskampf legt die Solarfirma Megasol der BKW ein vielversprechendes Projekt auf den Tisch: Sie bietet dem Energiekonzern laut «SonntagsZeitung» ein Solarsystem an, das den Bau des AKWs Mühleberg II hinfällig machen würde. Die Idee: in den nächsten 15 Jahren auf rund 16 000 Hausdächern Solarpanels zu montieren. Kosten soll das Projekt 13 Milliarden Franken – genau gleich viel wie Bau, Betrieb und Müllentsorgung eines AKWs. Die geeigneten Häuser könnten laut Megasol per Satellitenbilder gefunden werden. Als Solarpanel-Hosts seien zudem öffentliche Gebäude, Lawinenverbauungen oder Lärmschutzwände denkbar.

GB-Stadträtin Aline Trede findet die Idee genial: «Sie zeigt, dass es schon jetzt genügend Alternativen zu AKW-Strom gibt.» Sogar aus dem Pro-AKW-Lager gibts Lob: «Wenn damit ebenso viele Arbeitsplätze geschaffen würden wie mit Mühleberg, wäre das eine Überlegung wert», so SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler. Dennoch: Ein Ausstieg aus der Atomenergie sei momentan nicht denkbar.

Problematisch sei, so BKW-Chef Kurt Rohrbach, dass Sonnenenergie nur tagsüber anfalle und somit die Grundbedarfsenergie, die AKWs regelmässig liefern würden, nicht ersetzen könne. Dieses Argument lässt Trede nicht gelten: «In der Nacht brauchts sowieso weniger Strom, und Wasserkraft ist auch noch da.»

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