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Tauwetter auf dem Jungfraujoch

Der Altweibersommer hat der Schweiz auch am Mittwoch aussergewöhnlich milde Temperaturen beschert. Damit nicht genug, der Donnerstag soll noch wärmer werden

Die Wetterstation auf dem Jungfraujoch auf 3.580 Meter über Meer zeigte am Nachmittag 2,8 Grad über Null an, wie bei MeteoSchweiz zu erfahren war. Auf dem 2.106 Meter hohen Pilatus wurden 12,8 Grad gemessen, auf dem Säntis auf 2.490 Metern Höhe waren es 8,4 Grad. Im Flachland war es im Wallis am wärmsten: Visp im Oberwallis erreichte 22,2 Grad. In Sitten blieb die Quecksilbersäule auf 20,7 Grad stehen.

Auch in den kommenden Tagen ist kein Ende des äusserst milden Herbstwetters zu erwarten. Für (morgen) Donnerstag zeichnet sich im Gegenteil eine Wettersituation ab, die für neue Temperaturrekorde sorgen könnte, wie Meteorologe Michael Kasper von MeteoSchweiz erklärte. Im Vorfeld eines umfangreichen Tiefs über Portugal werde eine sehr milde subtropische Luftmasse zum Alpenraum geführt. Diese Strömung sei recht trocken und leicht hochdruckbestimmt. Mit Föhneffekten dürfte diese Kombination zum Beispiel im Churer Rheintal für einen Sommertag sorgen. Der bisherige Temperaturrekord für die dritte Oktoberdekade geht auf den 23. Oktober 1989 zurück, als in Chur 26,9 Grad gemessen worden waren. Damals herrschte laut Kasper eine ähnliche Wetterlage.

Der Monat Oktober wird voraussichtlich zu den wärmsten in den letzten 100 Jahren gehören, wie der Meteorologe weiter ausführte. Nur in wenigen Jahren seit 1901 sei beobachtet worden, dass sowohl der September wie auch der Oktober deutlich überdurchschnittliche Mittelwerte ausgewiesen hätten. Bemerkenswert ist gemäss Kasper, dass auch die beiden letzten Jahre zu diesen Ausnahmen gehörten.

Der Oktober wird aber nicht nur als ausserordentlich warm, sondern auch als sehr niederschlagsarm in die Wetterannalen eingehen. Dies zeigt sich auch daran, dass in den mittleren Berglagen kein Schnee liegt. In Arosa bildete sich bisher an keinem Oktobertag eine Schneedecke, wie Kasper erklärte. Dies sei in den letzten 75 Jahren nur vier Mal vorgekommen, nämlich 2001, 1995, 1965 und 1943. (dapd)

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