Aktualisiert 11.06.2008 16:15

Tauwetter zwischen China und Taiwan

Taiwanesische Unterhändler sind zu einem als historisch angesehen Besuch in China eingetroffen. Sie wollen dort den vor neun Jahren unterbrochenen Dialog mit der Pekinger Führung wieder aufnehmen.

Am Freitag soll eine Vereinbarung über die baldige Aufnahme von regelmässigen direkten Charterflügen und die Ausweitung von Reisen chinesischer Touristen nach Taiwan unterzeichnet werden.

Die Delegation wurde offiziell von der Vereinigung für die Beziehungen über die Meerenge von Taiwan (ARATS) empfangen, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die 19- köpfige taiwanesische Delegation wird von Chiang Pin-kung angeführt, dem Vorsitzenden der taiwanesischen Stiftung für den Austausch (SEF).

Vertrauen aufbauen

Da die chinesische Führung die demokratische Inselrepublik nur als abtrünnige Provinz betrachtet und ihre Regierung nicht anerkennt, laufen die Gespräche über die beiden halbamtlichen Organisationen. Es wird aber erwartet, dass Chiang Pin-kung in Peking auch mit Staats- und Parteichef Hu Jintao zusammentreffen wird.

Gesprächspartner auf Seiten der ARATS ist der Vorsitzende Chen Yunlin. Die Reise diene dazu, das «gegenseitige Vertrauen» aufzubauen, erklärte Chiang Pin-kung vor seinem Abflug. Das Ziel seien «Frieden und Wohlstand» entlang der Taiwan-Strasse und Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region.

Fortschritte dank neuem Präsidenten

Im Mai hatte er die Wiederaufnahme des Dialogs einen «neuen Anfangspunkt» in den Beziehungen genannt. China hatte den Dialog 1999 abgebrochen, nachdem der damalige taiwanesische Präsident der Kuomintang, Lee Teng-hui, die Beziehungen wie «zwischen zwei Staaten» definiert hatte.

Die neuen Fortschritte im Verhältnis sind durch den Wahlsieg des neuen Präsidenten Taiwans, Ma Ying-jeou, von der Kuomintang möglich geworden, der eine stärkere Annäherung an Festlandchina verfolgt. Grundlage ist der «Konsens von 1992». Danach stimmen beide Seiten überein, dass es nur «ein China» gibt, erkennen aber an, dass sie darunter jeweils etwas anderes verstehen.

(sda)

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