Über 100'000 Franken erbeutet: Taxifahrer (30) klaute Kunden die Kreditkarten
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Über 100'000 Franken erbeutetTaxifahrer (30) klaute Kunden die Kreditkarten

Ein 30-jähriger Taxifahrer hatte seinen Gästen die Kreditkarten entwendet und damit über 100'000 Franken erbeutet. Der Mann stand nun vor dem Bezirksgericht Zürich.

von
mon
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Ein 30-jähriger Taxifahrer musste sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Ein 30-jähriger Taxifahrer musste sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Keystone/Christian Beutler
Er hatte seinen Kunden die Kreditkarten entwendet und damit über 100'000 Franken erbeutet.

Er hatte seinen Kunden die Kreditkarten entwendet und damit über 100'000 Franken erbeutet.

Keystone/Ennio Leanza

Diese Taxifahrt endete für manch einen Kunden teuer. Ein 30-jähriger Taxifahrer soll während etwa 16 Monaten Kreditkarten seiner Kunden entwendet und für private Zwecke genutzt haben. Dabei bezog er Bargeld oder tätigte Online-Einkäufe. Innerhalb von 16 Monaten erbeutete er so über 100'000 Franken. Nun musste sich der Mann vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

«Ich kann es mir auch nicht mehr erklären»

Der in der Türkei geborene Schweizer ging dabei ganz perfide vor. Er liess die Kunden mit einer Bancomat-, Postomat-, Kredit- oder Debitkarte zahlen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Dafür nahm er die Karte, führte sie in das mobile Kartenlesegerät ein und liess den Gast den dazugehörigen PIN-Code eingeben. Während die Opfer die jeweilige Zahlenkombination eintippten, versuchte sich der 30-Jährige diese zu merken. Danach zog er die Karte heraus und tauschte sie gegen eine ähnlich aussehende Karte aus. Diese hatte er jeweils von einem anderen Gast bereits eingezogen. Da sich die Karten glichen, bemerkten die Opfer den Betrug oft erst später.

Dem schuldenfreien Familienvater gelang es so, zwischen Juni 2015 und Oktober 2016 insgesamt 345 Bargeldbezüge und Einkäufe zu tätigen. Damit kamen neben seinem Monatslohn von 5000 Franken noch 100'983 Franken hinzu. Der Beschuldigte zeigte sich vor Gericht geständig. Sein Vorgehen versuchte er mit dem Krebstod seiner Mutter zu erklären. Dieser Verlust habe ihn damals sehr belastet, weswegen er auch beim Psychiater gewesen sei. Zudem sei sein Handeln für ihn nicht mehr nachvollziehbar, wie er vor Gericht sagte: «Ich kann es mir auch nicht mehr erklären.»

«Vorgehen war dreist und raffiniert»

Das Gericht sah das anders. Sein Vorgehen sei nicht nur dreist, sondern auch raffiniert gewesen. Es verurteilte den 30-Jährigen wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, unrechtmässiger Aneignung, Veruntreuung und Urkundenfälschung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss er 40'000 Franken als Ersatzforderung an den Staat zahlen. Auch Zivilforderungen in Höhe von 91'600 Franken fallen an.

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