Taxifahrer bodigen italienische Regierung
Aktualisiert

Taxifahrer bodigen italienische Regierung

Zwei Wochen ging an italienischen Taxiständen gar nichts. Weil die Regierung die Urlauber offenbar nicht verärgern wollte, hat sie den Forderungen der streikenden Taxifahrer nachgegeben.

Diese kündigten darauf ein Ende ihrer seit zwei Wochen andauernden wilden Streiks an.

Nach mehrstündigen Verhandlungen verkündete die Taxifahrer- Gewerkschaft, die Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi verzichte auf eine umstrittene Verordnung zur Erhöhung der Zahl der Taxi-Lizenzen.

Damit erfüllte die Regierung die wichtigste Forderung der Fahrer. Vor dem Sitz von Prodis Mitte-links-Koalition in Rom versammelten sich bis zu 2000 Taxifahrer. Sie quittierten die Einigung mit Jubel. Gewerkschaftsvertreter Pietro Marinelli sagte, am Dienstag werde der Taxibetrieb wieder normal laufen.

Die Taxifahrer hatten wegen der geplanten Verordnung eine Entwertung ihrer im Schnitt bis zu 100 000 Euro teuren Lizenzen befürchtet. Die Regierung hatte mit der Verordnung den Wettbewerb fördern wollen. Konsumentenorganisationen hatte sich dadurch tiefere Fahrpreise erhofft.

In den vergangenen Wochen hatten die Taxifahrer durch nicht angekündigte Streiks vor allem Flughäfen und Bahnhöfe in grösseren Städten praktisch lahm gelegt. Am vergangenen Freitag hatten sie landesweit ein Verkehrschaos ausgelöst, indem sie Kreuzungen in den Stadtzentren blockierten.

Die nun getroffene Einigung sieht nach Angaben der Gewerkschaften zwar vor, dass die Kommunen vorübergehend mehr Taxi-Lizenzen vergeben können. Dies soll aber nur zu besonderen Anlässen möglich sein. (sda)

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