Aktualisiert 11.10.2017 09:22

Zürcher ObergerichtTaxifahrer verprügelt – Verfahren dauerte 10 Jahre

Der Sohn des bekannten Jugendpsychologen Allan Guggenbühl soll einen Taxifahrer spitalreif verprügelt haben. Nun hat er eine Geldstrafe kassiert - fast elf Jahre nach der Tat.

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Das Zürcher Obergericht hat den Sohn des bekannten Jugendpsychologen Allan Guggenbühl im Oktober 2017 zu einer bedingten Geldstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

Das Zürcher Obergericht hat den Sohn des bekannten Jugendpsychologen Allan Guggenbühl im Oktober 2017 zu einer bedingten Geldstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

Keystone/Walter Bieri
Taxi ground markings at the taxi stand in front of the central station in Zurich, Switzerland, pictured  on June 18, 2014. (KEYSTONE / Christian Beutler)Taxi Bodenmarkierung am Taxi Standplatz vor dem Zuercher Hauptbahnhof, aufgenommen am 18. Juni 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Taxi ground markings at the taxi stand in front of the central station in Zurich, Switzerland, pictured on June 18, 2014. (KEYSTONE / Christian Beutler)Taxi Bodenmarkierung am Taxi Standplatz vor dem Zuercher Hauptbahnhof, aufgenommen am 18. Juni 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Keystone/Christian Beutler

Zwei Tage vor Weihnachten 2006 sollen zwei junge Männer in den frühen Morgenstunden einen Taxifahrer krankenhausreif geschlagen haben. Der eine Beschuldigte ist der Sohn des bekannten Jugendpsychologen Allan Guggenbühl, damals 19 Jahre alt, sein Kollege war 22.

2011 verurteilte sie das Bezirksgericht Zürich wegen einfacher Körperverletzung zu bedingten Geldstrafen. Guggenbühls Sohn zu 120 Tagessätzen à 50 Franken, seinen Kollegen zu 120 Tagessätzen à 10 Franken.

Nun, drei Berufungsverfahren, zwei Bundesgerichtsurteile und sechs Jahre später, hat das Obergericht Zürich das Urteil des Bezirksgerichts bestätigt. Allerdings reduziert es die Anzahl Tagessätze bei beiden Tätern deutlich, auf noch 30 Tagessätze.

Obergericht kritisiert Verfahrensdauer

Das Obergericht schreibt in seinem Urteil, dass die lange Verfahrensdauer strafmindernd gewirkt habe. Bereits das erstinstanzliche Urteil wurde deswegen vergleichsweise tief angesetzt. Die Zeit von der Tat bis zum Prozess stehe «in keinem Verhältnis zum nicht sonderlich komplexen Vorwurf der einfachen Körperverletzung».

In den Jahren nach der Tat hätten sich die Beschuldigten wohl verhalten. Der Jüngere habe zwar 2009 ein Bagatelldelikt begangen, das aber nicht ins Gewicht falle. Das Obergericht kommt zum Schluss, dass es sich beim Angriff auf den Taxifahrer um einen «einmaligen Ausrutscher» gehandelt habe.

Ausserdem wäre die Tat nach sieben Jahren verjährt gewesen, nun seien über zehn Jahre vergangen. Unverändert bleibt, dass für den Sohn des Jugendpsychologen ein Tagessatz von 50 Franken festgelegt wurde, für seinen Kollegen einen von 10 Franken.

Dem Geschädigten müssen die Beschuldigten zudem gemeinsam eine Genugtuung von 7000 Franken zuzüglich Zinsen ab Dezember 2006 bezahlen. Gegen dieses Urteil kann - erneut - Berufung beim Bundesgericht eingelegt werden. (20M/sda)

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