Aktualisiert 09.02.2015 11:00

Winterthur Taxigäste prellten Fahrer mit fiesem Trick um Geld

Taxifahrer Georges Schrepfer chauffierte zwei Männer von Zürich nach Winterthur, wo sie vorgaben, Geld abheben zu müssen. Stattdessen rannten sie davon.

von
som
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Am Samstag fuhr Taxifahrer Georges Schrepfer zwei Männer von Zürich nach Winterthur.

Am Samstag fuhr Taxifahrer Georges Schrepfer zwei Männer von Zürich nach Winterthur.

fro
Dort gaben die beiden vor, Geld abheben zu müssen.

Dort gaben die beiden vor, Geld abheben zu müssen.

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Doch stattdessen hauten sie einfach ob, ohne die 105 Franken teure Fahrt zu bezahlen.

Doch stattdessen hauten sie einfach ob, ohne die 105 Franken teure Fahrt zu bezahlen.

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«Ich bin total hässig», sagt Georges Schrepfer, Taxifahrer aus Dübendorf. In der Nacht auf Samstag gegen halb zwei Uhr sah er an der Zürcher Selnaustrasse in seinem Rückspiel zwei junge Männer winken. Er hielt an und chauffierte sie wie gewünscht nach Winterthur. «Sie machten einen vernünftigen Eindruck», so der 59-Jährige, der seit sieben Jahren als Taxifahrer arbeitet.

Während der Fahrt baten ihn die Männer, an einem Geldautomaten anzuhalten: «Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Leute Geld holen müssen», so Schrepfer. In der Nähe des Winterthurer Bahnhofes hielt er an der Technikumstrasse an und fragte zwei junge Frauen nach einem Bancomaten. «Ich sagte ihnen noch, ich müsse aufpassen, dass meine Fahrgäste nicht abhauten», so Schrepfer. Daraufhin hätten die Frauen die Männer angeschaut und vor einer solchen Tat gewarnt, da sie sie jetzt schliesslich kannten. Obwohl die beiden Männer beteuert hätten, dass sie das niemals tun würden, hatte Schrepfer ein schlechtes Bauchgefühl, wie er sagt: «Hätte ich nur darauf gehört.»

«Ich hoffe, sie kommen nicht ungeschoren davon»

Denn als er wenig später am Unteren Graben vor der Raiffeisen Bank anhielt, öffneten die beiden die hintere Tür und rannten weg, ohne die 105 Franken teure Fahrt zu bezahlen. «Ich versuchte ihnen noch zu folgen, doch sie waren viel zu schnell.» Ebenfalls hätte die Anzeige bei der Polizei nicht viel gebracht, da er die Diebe nicht genau beschreiben könne: «Ich habe sie nicht richtig gesehen, weil es dunkel war.» Er wisse nur, dass sie Schweizerdeutsch sprechen und etwa 20 bis 25 Jahre alt sind.

Nun hofft er, dass die jungen Frauen an der Technikumstrasse, sich vielleicht an die beiden erinnern können. Abklären will er auch, ob die Überwachungskameras der Raiffeisenbank Bilder von den Dieben gemacht haben: «Es wäre grossartig, wenn sie nicht ungeschoren davon kommen.» Zumal 105 Franken für ihn viel Geld sei, so Schrepfer: «Als selbstständiger Taxifahrer lebt man am Existenzminimum.»

«Um so einen grossen Betrag wurde ich noch nie geprellt»

Um so einen grossen Betrag sei er noch nie geprellt worden, so Schrepfer: «Leider musste ich aber dieses Jahr schon zwei Leute aus meinen Taxi schmeissen, weil sie sich dermassen danebenbenommen hatten.» Dass sie die Fahrt nicht bezahlten, sei ihm in diesem Moment egal gewesen. «Es waren auch nur 30 Franken.»

Bei der Kantonspolizei Zürich melden sich vereinzelt Taxifahrer, die von ihren Kunden um ihr Geld geprellt werden: «Flüchten sie einfach, ohne dass ihre Identität bekannt ist, machen sie sich strafbar.» Ganz schützen könnten sich die Taxifahrer gegen solche Fahrgäste wohl nicht, wie Sprecher Beat Jost sagt: «Vielleicht sollten sie ihre Kunden das nächste Mal zum Bancomaten begleiten, wenn diese noch Geld holen müssen.»

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