Aktualisiert 14.07.2009 11:07

KriegsverbrecherTaylor: Alles «Lügen» und «Gerüchte»

Der als Kriegsverbrecher angeklagte frühere liberianische Präsident Charles Taylor hat sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäussert und diese als «Lügen» und «Gerüchte» zurückgewiesen.

Die Anklage sei eine Kampagne gezielter Fehlinformation, sagte Taylor. In dem seit 18 Monaten andauernden Prozess werden ihm unter anderem Mord, Folter, Vergewaltigung, sexuelle Versklavung, Einsatz von Kindersoldaten und die Terrorisierung der Bevölkerung mit systematischen Verstümmelungen vorgeworfen.

Taylor weist die elf Anklagepunkte zurück und plädiert auf nicht schuldig. Der 61-Jährige sieht sich vielmehr als Friedensstifter, wie sein britischer Anwalt Courtenay Griffiths am Montag sagte. Taylor ist der erste afrikanische Staatschef, der vor einem internationalen Gericht steht. Es wurde erwartet, dass seine Aussage mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird.

Taylor soll einer der Hauptverantwortlichen für die Grausamkeiten im von 1991 bis 2002 dauernden Bürgerkrieg in Sierra Leone sein, die rund 500 000 Menschen das Leben gekostet haben. Taylor soll in dem westafrikanischen Nachbarland unter anderem Rebellengrupen mit Waffen versorgt haben, als Bezahlung dienten offenbar Diamanten. Seit Beginn des Prozesses im Januar 2008 berichteten Dutzende Zeugen der Anklage vor Gericht von ihren traumatischen Erlebnissen.

Taylor ging nach einer Anklageerhebung durch ein UN-gestütztes Sondergericht für Sierra Leone 2003 nach Nigeria ins Exil. 2006 wurde er festgenommen, aus Furcht vor neuen Unruhen in Westafrika wurde der Prozess jedoch in die Niederlande verlegt. (dapd)

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