«Wo ist Soon?»: Tea Party zeigt, wie weit Geschmacklosigkeit geht

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«Wo ist Soon?»Tea Party zeigt, wie weit Geschmacklosigkeit geht

Ein Auftritt des Vaters des ermordeten Teenagers Michael Brown wird von der konservativen Tea Party verspottet — wegen eines unglücklichen Schreibfehlers.

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«Gone To Soon» sollte eigentlich «Gone Too Soon» («Zu früh gegangen») heissen. Auf den Fehler machte die konservative Tea Party aufmerksam.

«Gone To Soon» sollte eigentlich «Gone Too Soon» («Zu früh gegangen») heissen. Auf den Fehler machte die konservative Tea Party aufmerksam.

Die Mitglieder der Tea-Party-Bewegung zeigen mit einem Kommentar auf ihrer Website, wie pietätlos sie sein können: In einem kurzen Artikel, der am Montag auf «Tea Party News Network» erschien, machen sich die Erzkonservativen über einen Auftritt des Vaters des ermordeten schwarzen Teenagers Michael Brown lustig.

Michael Brown Senior hatte am Samstag in seiner Nachbarschaft in Ferguson im US-Staat Missouri zur Ruhe gemahnt. Dieser Tage muss eine Grand Jury entscheiden, ob der Polizist Darren Wilson als Todesschütze angeklagt wird. Wilson hatte den 18-jährigen Michael Brown am 9. August tagsüber auf offener Strasse erschossen.

Sarkasmus kennt keine Grenzen

Der 37-jährige Vater des getöteten Jugendlichen trug dabei ein T-Shirt mit dem Foto seines Sohnes und der Aufschrift «Gone To Soon». Sie weist einen Rechtschreibfehler auf: Eigentlich hatte Brown «Gone Too Soon» gemeint (zu Deutsch «Zu früh gegangen»). Das fehlende «o» im Wort «To» gibt dem Satz eine komplett andere Bedeutung: «Nach Soon gegangen».

«Wo ist Soon?», fragt die Autorin Jennifer Burke sarkastisch im Artikel, in dem sie gleichzeitig von einer Familienfehde berichtet, die bei den Browns rund um die Kommerzialisierung der T-Shirts entstanden ist.

Familie streitet um T-Shirt-Verkauf

Angeblich hat Pearlie Gordon, die Grossmutter des Opfers väterlicherseits, T-Shirts mit der Aufschrift «Justice For Mike Brown» an einer befahrenen Ecke in Ferguson verkauft. Kurz darauf sei Lesley McSpadden, die Mutter des Jugendlichen, mit einer Gruppe von rund 20 Personen aufgetaucht und habe ihrer Schwiegermutter gedroht: «Du darfst keine T-Shirts verkaufen.»

Laut Fox News sei McSpadden dann auf Gordon losgegangen und habe ihr die 1500 Dollar aus der Hand gerissen, die die Grossmutter mit dem Verkauf der T-Shirts verdient hatte. Ein Enkel Gordons (und Cousin des ermordeten Michael) soll bei der Attacke verletzt worden sein. Lesley McSpadden muss sich nun wegen Körperverletzung und Raub vor Gericht verantworten.

Die Browns haben die Affäre geheim halten wollen, heisst es im Artikel weiter. Schliesslich versuche die Mutter seit Monaten, Friedensbotschaften an die Gemeinschaft zu senden. Zudem ist vorgesehen, dass sie Ende des Monats in Genf eine Ansprache vor den Vereinten Nationen hält.

Friedensbotschaft von Michael Browns Vater (21.11.):

Michael Brown Senior schickt eine Friedensbotschaft an die Gemeinschaft. (Video: Youtube/Jascker Psacka)

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