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Team Canada erster Finalist am Spenglercup

Das Team Canada hat am Spengler Cup dank einem 5:2-Sieg gegen die Eisbären Berlin den Final erreicht. Die Deutschen sind damit ebenso ausgeschieden wie das russische Team Chimik, das heute Abend gegen Davos spielt. Der HCD braucht einen Punkt für den Finaleinzug - ansonsten erbt das spielfreie schwedische Team Mora den Endspiel-Platz.

Zum 15. Mal seit 1986 hat das Team Canada den Final des Spenglercups erreicht. Die nordamerikanische NLA-Auswahl liess dem 0:5-Debakel gegen Chimik im Duell mit Berlin einen 4:2-Sieg folgen. Innerhalb von 19 Sekunden erzwangen Tim Brent und Domenico Pittis im Startdrittel die wegweisende 2:0-Führung.

Zu diskutieren gab hinterher aber vor allem die Strafenflut und die Prügelszene mit Kanadas Keeper Pogge in der Hauptrolle. Mit einem Stockschlag an den Hals von Kelly Fairchild löste «Aggressivleader» Pogge eine kurze, aber heftige Keilerei aus. Für den etwas übermütigen AHL-Keeper und dessen aber nicht verletztes «Opfer» endete die Partie nach der Box-Einlage vorzeitig. Beide wurden mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe belegt. Mit einem einzigen Schlag verursachte Pogge 60 Strafminuten.

Head-Schiedsrichter Nadir Mandioni schuf sich mit seiner übertrieben kleinlichen Regelauslegung keine neuen Freunde. Das Publikum reagierte auf die inflationäre Strafenrate mit Verärgerung. Gewundert hat sich hinterher auch Pat Quinn. «Ich bin jetzt seit über 40 Jahren in diesem Geschäft. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt», liess der kanadische Starcoach die Journalisten wissen. Quinn coachte deutlich über 1000 NHL-Spiele- seine Worte haben dementsprechend Gewicht und sind gewiss nicht als Sympathiekundgebung für Mandionis Auftritt zu werten. Für das Silvester-Dinner der Kanadier wird der übereifrige Referee heute Sonntag vermutlich keine Einladung erhalten.

Der Ausschluss des Keepers war zumindest diskutabel, aber die Gesamtzahl von 112 Strafminuten verfälschten das Bild einer an sich harmlosen Begegnung völlig. Längere Perioden mit gleichem Personalbestand fanden praktisch nicht statt. Das Niveau der Partie flachte mit Fortdauer ab. Angesichts der künstlich erzeugten Turbulenzen rückte Wesentlicheres an den Rand der Wahrnehmungsfläche. Thierry Paterlinis Doublette blieb fast unbemerkt. Die Leihgabe der ZSC Lions verschaffte dem deutschen Champion mit seinen Treffern zum 1:2 (26.) und 2:3 (38.) zumindest temporär wieder die Aussicht auf einen Punktgewinn.

Zum Nachteil des DEL-Vertreters hatte die am Vorabend erlebte Demütigung durch Chimik Mytischtschi im Ensemble Quinns keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Und wie schon beim Debakel gegen Mora (1:6) tanzten die Eisbären meistens im falschen Takt. Hirschis Back-Partner Jillson wischte vor dem 0:2 an der eigenen blauen Linie wie ein unbedarfter Novize über die Scheibe. Den dritten Treffer der Kanadier begünstigte Keeper Youri Ziffzer mit einem Griff ins Leere. Der deutsche Meister hinterliess im Bündnerland gewiss keinen nachhaltigen Eindruck.

Team Canada - Eisbären Berlin 5:2 (2:0, 1:2, 2:0)

Eisstadion. - 7080 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mandioni, Rébillard/Arm.

Tore: 9. (8:40) Brent (Heins, Reid) 1:0. 9. (8:59) Pittis 2:0. 26. Paterlini (Rankel/Ausschluss Law) 2:1. 31. Harrison (Kolanos) 3:1. 38. Paterlini (Roach/Ausschluss Scalzo) 3:2. 42. Kolanos (Law, Heins) 4:2. 60. (59:59) Roest (Herperger, Tyler Wright) 5:2 (ins leere Tor).

Strafen: 12mal 2 plus 5 Minuten (Pogge) plus Spieldauer (Pogge) gegen das Team Canada, 14mal 2 plus 5 (Fairchild) plus 10 Minuten (Beaufait) plus Spieldauer (Fairchild) gegen Berlin.

Team Canada: Pogge (27. Dubnyk); Heins, Harrison; Doig, Syvret; Strudwick, Scalzo; Bright, Murovic; Law, Kolanos, Jamie Wright; Gardner, Pittis, Maneluk; Tyler Wright, Roest, Herperger; Reid, Brent, Holden.

Eisbären Berlin: Ziffzer; Cole Jarrett, Brimanis; Roach, Quint; Hirschi, Jillson; Hördler, Draxinger; Walker, Patrick Jarrett, Paterlini; Mueller, Rankel, Wharton; Fairchild, Beaufait, Felski; Aquino, Martens, Baxmann.

Bemerkungen: Berlin u.a. ohne Monnet, Pederson, Ustorf. Berlin ab 59:05 bis 59:32 und ab 59:37 bis 59:59 ohne Torhüter.

Zwischenrangliste: 1. Team Canada* 4/6. 2. Mora IK 4/5. 3. HC Davos 3/4. 4. Chimik Mytischschi+ 3/2 (6:9). 5. Eisbären Berlin+ 4/2 (8:16).

* im Final

+ ausgeschieden (si)

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