Am Ende: Teamchef bremst Krummenacher aus
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Am EndeTeamchef bremst Krummenacher aus

Das «Grand Prix Team Switzerland» wird per Ende Saison aufgelöst. Randy Krummenacher (22) braucht ein neues Team. Ist alles eine spanische Verschwörung?

von
Klaus Zaugg

Teambesitzer Marco Rodrigo (50) wirft das Handtuch per Ende Saison. Obwohl er noch letzte Woche mit dem spanischen Spitzenfahrer Luis Salom einen Dreijahresvertrag unterzeichnet hat. Obwohl er soeben das Budget für sein Team für die Saison 2013 und 2014 gesichert hat. Damit ist ein Traum zu Ende: Der Traum eines Schweizer Teams, das einen Schweizer ganz an die Weltspitze bringt.

Kein Moto3-WM-Startplatz

Was ist der Grund? Marco Rodrigo hat für nächste Saison für sein Team je einen Platz in der Klasse Moto3 und Moto2 beantragt. Am letzten Sonntag hat er von der Teamvereinigung IRTA eine Absage für die Moto3-WM bekommen. Das bedeutet, dass der Vertrag mit Luis Salom (2013 Moto3-WM, 2014 und 2015 Moto2-WM) nicht erfüllt werden kann. Marco Rodrigo hat nach diesem negativen Entscheid seinem Team mitgeteilt, dass per Ende Saison Schluss ist. Der Schweizer mit spanischen Wurzeln steigt aus dem GP-Zirkus aus und hat IRTA-Manager Mike Trimby diesen Entscheid als unwiderruflich mitgeteilt. Das «Grand Prix Team Switzerland» ist Geschichte.

So oder so hätte Randy Krummenacher (22) ein neues Team suchen müssen. Marco Rodrigo hat ihm am Sonntag mitgeteilt, dass es für ihn in seinem Team keine Zukunft mehr gibt.

Krummenacher braucht neues Team

Randy Krummenacher muss sich nun für die Saison 2013 in ein neues Team einkaufen. Das kostet mindestens 300 000 Franken. Marco Rodrigo schliesst nicht aus, dass er Krummenacher bei der Suche nach einem neuen Team helfen und unterstützen wird.

Warum verweigert die IRTA (sie organisiert im Auftrag der spanischen GP-Rechteinhaberin Dorna den GP-Zirkus) dem Schweizer Teambesitzer entgegen aller Logik den beantragten Platz in der Moto3-WM 2013? Es gibt keine offizielle Begründung. Aber der Verdacht liegt nahe, dass es sich einmal mehr um eine «spanische Verschwörung» handeln dürfte. Marco Rodrigo hat Luis Salom vor zwei Jahren die Karriere gerettet – der Spanier stand wegen Geldmangel vor dem vorzeitigen Ende seiner Karriere. Mit Hilfe von Marco Rodrigo (der Schweizer hat ihm diese Saison einen Platz im RW-Team finanziert) ist der Aufstieg in die WM-Spitze gelungen und er hat soeben in Indianapolis seinen ersten GP gewonnen. Die spanischen Teamchefs (u.a. Jorge Martinez) wollten Luis Salom für nächste Saison unbedingt unter Vertrag nehmen. Aber er hatte halt schon bei Marco Rodrigo unterschrieben.

Weitere Betreuung von Raffin?

Was liegt näher, als dem Schweizer Teambesitzer den Platz in der Moto3-WM 2013 zu verweigern? Somit ist Luis Salom wieder frei und kann von einem spanischen Team unter Vertrag genommen werden. Zwei Drittel aller Gelder im GP-Zirkus kommen aus Spanien. Wer zahlt, befiehlt.

Marco Rodrigo managt auch die Karriere von Jesko Raffin (16), dem grössten Schweizer Töfftalent. Raffin fährt zur Zeit die spanische Moto2-Meisterschaft und hätte 2013 mit einer Wild Card die ersten GP und 2014 die ganze Moto2-WM fahren sollen. Obwohl jetzt das Grand Prix Team Switzerland aufgelöst wird, schliesst Marco Rodrigo nicht aus, dass er sich weiterhin um Jesko Raffin kümmern wird

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