Tech-Metropole – Techgiganten angeln sich in Zürich mit viel Geld die Talente
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Tech-MetropoleTechgiganten angeln sich in Zürich mit viel Geld die Talente

Google, Facebook, Amazon und nun auch Zalando bauen den Wirtschaftsstandort Zürich nach den Regeln des Silicon Valley um.

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Ein weiterer internationaler Konzern hat sich hier eingemietet: Der Prime Tower in Zürich. (15. Oktober 2021)

Ein weiterer internationaler Konzern hat sich hier eingemietet: Der Prime Tower in Zürich. (15. Oktober 2021)

20min/Taddeo Cerletti
Zalando will in Zürich von der Nähe zur ETH profitieren.

Zalando will in Zürich von der Nähe zur ETH profitieren.

AFP/Daniel Roland
Im Kampf um junge Talente sollen Saläre von bis zu 150’000 Franken bezahlt werden.

Im Kampf um junge Talente sollen Saläre von bis zu 150’000 Franken bezahlt werden.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Techgiganten buhlen in Zürich um Talente.

  • Dabei wird auch viel Geld geboten.

  • Die ETH ist einer der grössten Vorteile von Zürich.

Der Modehändler Zalando folgt dem Vorbild anderer internationaler Techgiganten und mietet ab 2022 auf eineinhalb Stockwerken des Prime Towers, um so seine Präsenz in Zürich auszubauen. Auf den Standort Zürich setzten vor der deutschen Firma bereits Google, Microsoft, IBM, Facebook, Hitachi oder Amazon.

Das ist im Sinn des Standortmarketings, das heute nicht mehr mit Steuervorteilen wirbt, sondern mit dem Zugang zur ETH und den dort ausgebildeten IT-Experten. «Bei unserem Arbeitsplatzausbau profitieren wir von einem erstklassigen Bildungs- und Tech-Ökosystem und den hoch qualifizierten Talenten, die Zürich anzieht», sagt Zalando-Sprecherin Katharina Hein auf Anfrage des «Tages-Anzeigers». Auch Amazon und Google nennen die ETH als einen der grössten Vorteile von Zürich.

Dorian Selz, ein erfahrener Zürcher Techunternehmer, spricht von einer rasanten Transformation des Standorts, die auch problematische Seiten habe: Konzerne böten den begehrten Hochschulabgängern Einstiegssaläre von bis zu 150’000 Franken – KMU könnten da nicht mehr mithalten. Ein in den USA tätiger Vertreter des Zürcher Standortmarketings bestätigt, es gehe in eine ähnliche Richtung wie im Silicon Valley, wo junge Software-Entwickler schnell mehrere Hunderttausend Franken verdienten – er könne sich aber nicht vorstellen, dass es in Zürich so extrem werde, sagte Lukas Sieber der Zeitung.

Die ETH nimmt laut dem «Tages-Anzeiger» in der Vermittlung ihrer Talente zusehends eine aktive Rolle ein. Sie agiert etwa als Vermittlungspartnerin zwischen ihren Talenten und den Grossfirmen und organisiert regelmässig Kontaktevents mit Google, UBS und ABB. Die Salärkosten, die die Firmen nach einem eingegangenen Forschungsvertrag zu leisten haben, weist die ETH offen aus: Ein Doktorand im ersten Jahr erhält 79’800 Franken Jahreslohn, eine Post-Doktorandin im dritten Jahr 109’700 Franken.

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(chk)

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