Zugunglück: Techniker warnten vor «schwieriger Kurve»

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ZugunglückTechniker warnten vor «schwieriger Kurve»

Das schwere Zugunglück bei Santiago de Compostela ist das erste auf einer spanischen Hochgeschwindigkeits-Strecke. Schon vor der Einweihung gab es Bedenken wegen der engen Kurve.

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Mindestens 77 Tote und 143 Verletzte – der Unfall kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof der Stadt Santiago de Compostela ist einer der schwersten, den es seit der Einführung des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes AVE gegeben hat. Der Zug der Baureihe Alvia 103 entgleiste und prallte gegen eine Mauer.

Bei der Kollision sprangen alle 13 Waggons aus den Schienen. Einer der Wagen flog durch die Luft und landete knapp vor einer Wohnsiedlung. Andere Waggons verkeilten sich ineinander. Das Unglück ereignete sich an einer Stelle, an der die Gleise in einer relativ engen Kurve verlaufen. Augenzeugen berichteten, der Zug sei ungewöhnlich schnell in die Kurve eingebogen.

Bremsdispositiv eingebaut

Für die Bahntechniker des galicischen Transportministeriums kam das Unglück nicht ganz überraschend. Wie sie gegenüber der Zeitung «El Mundo» behaupten, hätten sie schon vor der Einweihung der Strecke ihre Bedenken betreffend «der schwierigen Kurve» mitgeteilt.

Die Unfallstelle (Illustration: elmundo.es)

Die Schienen seien allerdings kürzlich ersetzt und für eine Geschwindigkeit von 220 km/h eingerichtet worden. Ausserdem seien auf der Strecke diverse Sicherheitsmechanismen eingebaut worden: Sollte ein Lokführer zu schnell in die Kurve fahren, würden sich die Bremsdispositive aktivieren.

Techniker der Eisenbahngesellschaft Renfe waren am späten Abend auf der Suche nach dem sogenannten Teloc, einer Blackbox, auf der unter anderem die Geschwindigkeit des Zuges zum Zeitpunkt des Unfalls registriert wird. Deren Auswertung wird zur Aufklärung der Tragödie beitragen.

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