Aktualisiert 23.06.2015 15:52

St. GallenTechnische Umstellungen Grund für Fehlalarme?

Für die beiden nächtlichen Sirenenalarme in St. Gallen innert einer Woche gibt es noch keine Erklärung. Beim Bund geht man von Kinderkrankheiten aus.

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taw
Im Osten der Stadt St.Gallen wurde erneut aus noch nicht bekannten Gründen ein Sirenen-Alarm ausgelöst. (Symbolbild: Keystone)

Im Osten der Stadt St.Gallen wurde erneut aus noch nicht bekannten Gründen ein Sirenen-Alarm ausgelöst. (Symbolbild: Keystone)

Im Bereich Rorschacherstrasse, im Osten der Stadt St. Gallen, wurde aus noch nicht bekannten Gründen am Dienstag kurz vor 2 Uhr mehrmals Sirenen-Alarm ausgelöst. Wie die Stadtpolizei am Dienstag mitteilte, handelte es sich dabei um einen Fehlalarm. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden, heisst es. Die Ursache des Fehlalarms werde nun überprüft.

Bereits letzten Mittwoch rissen Sirenen zahlreiche St. Galler aus dem Schlaf. Damals ging auf dem Dach der Klinik Stephanshorn im Osten der Stadt mitten in der Nacht sieben Mal ein Sirenen-Alarm los. Bei der Polizei gingen daraufhin an die 200 Anrufe von besorgten Bürgern ein. Auch damals handelte es sich um einen Fehlalarm.

Laut Peter Müller, Abteilungsleiter Infrastruktur Zivilschutz vom Amt für Militär und Zivilschutz, kamen die Fehlalarme zwar nicht von der gleichen Sirene, aber die Sirenen vom gleichen Lieferanten. «Derzeit klären wir mit dem Hersteller ab, wo das Problem liegt. Wir stehen vor einem Rätsel», sagt Müller.

St. Gallen kein Einzelfall

Nur: St. Gallen ist kein Einzelfall. Die Zahl der Fehlalarme habe in den letzten beiden Jahren zugenommen, erklärte Kurt Münger, Sprecher des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS). Der Trend sei eindeutig, eine Statistik dazu gebe es aber nicht.

Die Zunahme treffe zusammen mit der Umstellung auf ein neues Steuerungssystem. Quer durch die Schweiz werden die Sirenen inzwischen nicht mehr über Kabel ausgelöst, sondern über Funksteuerungen. Dafür mussten oft die Sirenen ersetzt werden, weil sie nicht mehr umgerüstet werden konnten. Die Kantone führten dafür jeweils eigene Ausschreibungen durch.

Sicheres Funknetz

Man nehme an, dass der Austausch von Steuerungen und Sirenen aber auch die dazu gehörenden Schulungen der Grund für die Fehlalarme sein könnten. Möglich seien Fehlmanipulationen – «der Faktor Mensch» – aber auch technische Ursachen im System selber, sagte der Sprecher des BABS.

Dass irgendwelche Funksignale irrtümlich die Sirenen auslösen, glaubt Münger hingegen nicht. Man verwende das Sicherheitsfunknetz Polycom, mit dem unter anderem Polizei und Feuerwehr untereinander kommunizierten. Dafür würden entsprechend hohe Sicherheitsanforderungen verlangt: Unberechtigte dürfen darauf keinen Zugriff haben und es müsse auch im Fall von Katastrophen oder bei Stromausfällen funktionieren.

Bisher gebe es keine Hinweise, dass die Anlagen eines bestimmten Herstellers von den Pannen betroffen seien. Die Kantone hatten die Sirenen jeweils bei unterschiedlichen Unternehmen eingekauft. Der Markt dafür sei aber überschaubar, so Münger. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz habe die Umstellung begleitet. Wenn es Probleme mit einem bestimmten Produkt gegeben hätte, wäre dies aufgefallen.

(taw/sda)

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