Aktualisiert 03.11.2009 17:12

PensionskassenTechnischer Zinssatz bei BLVK und BPK sinkt

Bei den beiden Pensionskassen des Kantons Bern soll der technische Zinssatz auf Anfang 2010 auf 3,5 Prozent sinken.

Die Berner Kantonsregierung unterstützt einen entsprechenden Vorschlag der Leitungsgremien der Kassen.

Der technische Zinssatz ist ein modellhafter Zins, der den künftig zu erwartenden Vermögensertrag abbildet. Der tiefere technische Zinssatz bringe eine realistischere Haltung in Bezug auf die zu erwartenden Vermögenserträge zum Ausdruck, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Dienstag.

Bei den beiden Kassen handelt es sich um die Bernische Lehrerversicherungskasse (BLVK) und die Bernische Pensionskasse (BPK).

Im Gegenzug zur Senkung des technischen Zinssatzes soll die BPK die Mitgliederbeiträge um total 2,2 Prozent erhöhen können. 0,8 Prozent gehen zu Lasten der Versicherten, 1,4 Prozent zu Lasten des Kantons Bern. Damit erhöhen sich die Arbeitgeberbeiträge des Kantons um jährlich 16 Mio. Franken.

Die BLVK verzichtet aus versicherungstechnischen Gründen auf eine Beitragserhöhung. Allerdings könnte sich dadurch der schon vor Jahren eingeleitete, längerfristige Sanierungsprozess der Lehrerkasse verlangsamen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Milliardenloch

Anfang April hatten die beiden Kassen die Regierung über ihre finanziell nicht gerade komfortable Situation informiert. Per Ende 2008 wiesen die Kassen einen Deckungsgrad von 73,5 Prozent (BLVK) und 87,3 Prozent (BPK) auf.

Die Unterdeckung beider Kassen zusammen betrug 2,65 Mrd. Franken. Es drängten sich zusätzliche Sanierungsmassnahmen auf.

Mit der Erholung der Börsenmärkte hat sich auch die finanzielle Lage der beiden Kassen per Ende September 2009 merklich verbessert. Der Deckungsgrad der BLVK beträgt derzeit 80 Prozent, bei der BPK über 93 Prozent.

Die Kassen wollen darum auf noch einschneidendere Massnahmen verzichten, was auch die Regierung begrüsst. Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit sei es gut, wenn keine Zusatzbelastungen entstünden und die Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger erhalten bleibe.

Für die Regierung ist aber auch klar, dass sie die Deckungslücke nicht mit einer einmaligen Zahlung stopfen will. Dazu habe der Kanton schlicht keinen finanziellen Spielraum. (sda)

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