Bundesbern: «Technisches Problem» legte halbe Verwaltung lahm
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Bundesbern«Technisches Problem» legte halbe Verwaltung lahm

Die Computerprobleme, die am Freitag die Bundesverwaltung teilweise lahm gelegt hatten, sind weitgehend behoben worden. Im EDA wird man am kommenden Montag aber trotzdem nur mit gewissen Einschränkungen arbeiten können.

Am Freitag hatte eine Störung die Computer des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) und des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lahm gelegt. «Vermutlich führte ein technisches Problem an einer Hardwarekomponente im Zusammenhang mit einer Konfigurationsänderung an einem Domaincontroller zu Anmeldeproblemen in der Büroautomation im EDI und EFD», begründete Karolina Kohout, stellvertretende Mediensprecherin des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT), auf Anfrage den Vorfall.

EDI und EFD wieder funktionsfähig

Seit Freitagabend um 18.00 Uhr habe die Störung in diesen beiden Departemente behoben werden können. Dies hätten entsprechende Tests vom Freitag und Samstag bestätigt. Das BIT geht davon aus, dass im EDI und im EFD am Montag wieder störungsfrei gearbeitet werden könne. Die genaue Ursache des Problems an der Hardware sei zur Zeit in Abklärung beim Hersteller.

EDA noch unklar

Noch nicht ergründet war der Grund für die Computerprobleme beim EDA. An der Analyse und Lösung der Probleme wurde auch über das Wochenende weitergearbeitet. Voraussichtlich werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Aussendepartements deshalb am Montag nur mit gewissen Einschränkungen arbeiten können, sagte Kohout. Zu Spekulationen in verschiedenen Medien, wonach die Computerprobleme auf einen Hackerangriff zurückzuführen seien, mochte sich die BIT-Sprecherin nicht äussern. Das Bundesamt werde informieren, sobald neue Informationen vorlägen, hiess es.

Das EDA war zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Ende 2007 Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Mitarbeiter des EDA und des Seco hatten in zwei Wellen über 500 E-Mails erhalten, die auf einen vermeintlichen Fotowettbewerb hinwiesen. Klickten die Mitarbeiter dort auf ein Foto, um ihre Stimme für den Wettbewerb abzugeben, luden sie einen Trojaner herunter, der Spionageprogramme nachlädt und ausführt. Das schädliche Programm wurde damals von den gängigen Virenscannern nicht erkannt. Die Bundesanwaltschaft hatte deshalb Mitte vergangenen Jahres ein Verfahren gegen unbekannt wegen Verdachts auf verbotenen Nachrichtendienst eingeleitet. (dapd)

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