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Teen Courts: Jugendliche richten über Gleichaltrige

Schülergerichte machen in Deutschland Schule: Jetzt setzt auch das Bundesland Sachsen auf jugendliche Richter, die über gleichaltrige Straftäter urteilen.

«Jugendliche wissen genauer, wie ihre Alterskameraden denken und vor allem welche Strafe am wirkungsvollsten ist», erklärte der sächsische Justizminister Geert Mackenroth gestern. Das könne mehr bewirken, als wenn ein 50-jähriger Richter mit erhobenem Zeigefinger im Gerichtssaal eine Strafe ausspreche.

Geplant ist, dass die Staatsanwaltschaft Jugendliche, die leichte Straftaten begangen haben, an die Schülergerichte übergibt. Die so genannten Teen Courts nach US-Vorbild sollen mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren besetzt werden. Die Schülerrichter werden ab dem Schuljahr 2006/2007 ausgebildet.

Verhandelt werden Straftatbestände wie Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, Hehlerei oder Beleidigung. Der Betreffende muss geständig sein, die Schülerrichter dürfen keine eigenen Beweise erheben.

Als Strafe könnte zum Beispiel ausgesprochen werden, dass der Jugendliche für die Dauer von zwei Wochen sein Handy abgeben oder sechs Wochen lang auf seinen Computer verzichten muss. «Jugendliche wissen eben, was anderen in ihrem Alter wirklich wichtig ist», sagt Mackenroth.

Teen Courts gibt es bereits in Bayern, auch in Hessen läuft seit vergangenem Herbst ein Modellprojekt.

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