Zürich, Freitag 21.11.: Teen Stars
Aktualisiert

Zürich, Freitag 21.11.Teen Stars

Sie kommen aus dem hohen Norden und machen Rocksongs, die zu Herzen gehen – The Rasmus.

Text -- Claudia Schmid

Das Gitarrengewitter kam unerwartet: Wie eine kühle Bise wehte «In the Shadows» mitten in den heissesten Tagen in die Schweiz. Der Song belegte sofort die vordersten Ränge der Schweizer Single-Hitparade. Seither sind die Finnen nicht mehr aus den Top 30 wegzudenken.

Die Geschichte von The Rasmus beginnt in Finnland. Dort finden sich 1994 Sänger Lauri, Bassist Eero und Gitarrist Pauli in einer Schul-Aula in Helsinki zum ersten öffentlichen Konzert ein. Der Auftritt gefällt, und so veröffentlicht die Band ein Jahr später die Single mit dem bezeichnenden Namen «1st». Das folgende Debüt-Album «Peep» wird in Finnland mit Gold ausgezeichnet. Die Jungs verlassen die Schule, weil sie finden, dass sie ihrer Karriere schadet. Ein cleverer Entscheid. Denn auch die Nachfolgealben, darunter «Playboys» (1997), «Hell of a Tester» (1998) und «Into» (2001) schlagen in der Heimat ein und machen die mit dem Schlagzeuger Aki ergänzte Band zu Superstars. Die Jungs touren mit Dog Eat Dog, Garbage oder den Red Hot Chili Peppers – bis sie dann in diesem Sommer den internationalen Durchbruch schaffen.

Der Grund, warum auch die Mitteleuropäer plötzlich heiss auf die kühlen Skandinavier sind, ist simpel: Die Musik auf «Dead Letters» ist so eingängig, poppig und angenehm traurig, dass mittlerweile ein grosser Teil der Fans nicht mehr aus männlichen Twens, sondern aus weiblichen Teenagern besteht.

Trotz ihrem soften Image sind The Rasmus nicht als Sell-out-Band verschrien. Dafür ist ihre Geschichte zu organisch, zu gesund. Man munkelt auch, dass die Finnen auf der Bühne viel härter daherkommen als auf ihrem Album. Offenbar ist also der Platten-Produzent dafür verantwortlich, dass jetzt so viele Halbwüchsige die Wände ihrer Zimmer mit The-Rasmus-Poster tapezieren.

Date

Freitag, 21. November, 19 Uhr, X-tra Limmathaus Zürich (ausverkauft).

Deine Meinung