Schüler gegen Rektor: Teenie will Locken nicht abschneiden - vor Gericht
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Schüler gegen RektorTeenie will Locken nicht abschneiden - vor Gericht

Ein 16-Jähriger aus Neuseeland wird wegen seiner Lockenfrisur vom Unterricht ausgeschlossen. Das lässt er sich nicht gefallen.

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Lucan Battison weigert sich, seine Haare zu schneiden. Nun muss ein Gericht in Neuseeland darüber entscheiden. (Bild: Twitter/nzherald)

Lucan Battison weigert sich, seine Haare zu schneiden. Nun muss ein Gericht in Neuseeland darüber entscheiden. (Bild: Twitter/nzherald)

Der Streit zwischen Lucan Battison und dem Rektor des St. John's College in Hastings, Neuseeland begann vor vier Wochen. Schulleiter Paul Melloy hatte den 16-Jährigen dazu aufgefordert, seine lange Lockenfrisur etwas kürzer zu schneiden. Darauf hatte der Zwölftklässler eine klare Antwort: Nein. Und sollte Rektor Melloy mit seinem Entscheid nicht einverstanden sein, könne er seine Eltern kontaktieren, meinte Battison sehr selbstsicher.

Schulleiter Melloy schloss den Schüler daraufhin vom Unterricht aus. Die Strafe werde erst aufgehoben, so Melloy, wenn Battison seine Locken abschneide. Seither ist der renitente Schüler nicht zum Unterricht aufgetaucht, schreibt «The New Zealand Herald». Die Sache liess er aber nicht auf sich beruhen. Lucan hat die Unterstützung seines Vaters, Troy Battison, der in seinem Namen eine Beschwerde vor dem höchsten Gericht des Landes einreichte.

Drei Jahre lang keine Probleme wegen den Haaren

Am Montag wurden beide Parteien zu einer Anhörung geladen. Der Anwalt der Schule präsentierte dabei den Fall folgendermassen: «Die Antwort des Schülers unterstreicht seinen Ungehorsam und seine Weigerung, dem Direktor zu gehorchen», meinte Richard Harrison vor Gericht. Das Schulreglement sei zudem klar: Der Hemdkragen und die Augen müssten frei sein.

Battison erklärte, dass er in der Schule seine Haare hochgebunden trage und die Vorschriften damit einhalte. Ausserdem besuche er die Schule seit drei Jahren, immer mit derselben Frisur und bis jetzt habe es nie Beanstandungen gegeben.

Der Anwalt des Schülers spricht von Menschenrecht

Jol Bates, der Anwalt der Familie Battison, wollte vom Schulleiter wissen, wieso der Schüler ohne Warnung vom Unterricht suspendiert wurde. Die Schule hätte seinen Mandanten zunächst von einzelnen Stunden ausschliessen können. Schulleiter Melloys Erklärung: «Weil der Schüler von Anfang an sagte, dass er, egal welche Strafe anstehe, seine Haare nicht schneiden werde.»

Daraufhin stellte Anwalt Bates in seiner Verteidigung Lucan Battison als «einen Nachfolger von Menschenrechtsaktivisten wie Martin Luther King Jr. oder Kate Sheppard vor, die ebenfalls die Autorität der Behörden auf einer berechtigten Grundlage in Frage stellten.»

Das Gericht hat im Fall Battison noch kein Urteil gesprochen. Eines wollte der Richter jedoch wissen. Wieso sind Lucan seine Haare so wichtig? «Weil er sonst eine Afro-Frisur hat, mit der er sich schlicht und einfach nicht wohlfühlt», lautete die Antwort von Anwalt Bates.

Hastings schoolboy Lucan Battison takes his haircut battle to the High Court http://t.co/HtbdhOMPjEpic.twitter.com/lsXuVzI7KX- nzherald (@nzherald) junio 23, 2014

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