Aktualisiert 04.06.2015 15:05

Stadt Bern

Teens können eigenen Jugendclub gestalten

Aus dem Depot der Sanitätspolizei Bern wird ein Jugend-Club, der sich an unter 18-Jährige richtet. Die jungen Nachtschwärmer sollen dem Raum selbst Leben einhauchen.

von
Mira Weingartner
Wie die ehemalige Garage der Sanitätspolizei an der Nägeligasse 2 umgestaltet werden soll, ist noch unklar.

Wie die ehemalige Garage der Sanitätspolizei an der Nägeligasse 2 umgestaltet werden soll, ist noch unklar.

«In der Stadt Bern besteht für mich an den Wochenenden kaum eine Möglichkeit, in den Ausgang zu gehen», so der 17-Jährige Nicolas Brönnimann aus Wabern bei Bern. In der Stadt ist er damit längst nicht der einzige, der als unter 18-Jähriger von Lokalen, Clubs und Treffpunkten ausgeschlossen wird: «Die meisten Clubs, abgesehen von der Reitschule, sind nur für ein älteres Publikum bestimmt.» Auf diese fehlenden Ausgehmöglichkeiten wurde auch die Berner Regierung aufmerksam – die Auswertung einer städtische Umfrage mit 600 Jugendlichen unterstrich diese Problematik.

Bald sollen die jungen Nachtschwärmer nun aber einen Raum zum Feiern und Abschalten erhalten: Im Erdgeschoss der Berner Nägeligasse 2 soll ein Club für junge Nachtschwärmer entstehen. «Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die ehemaligen Räumlichkeiten der Sanitätspolizei in einen Jugendraum umfunktioniert werden sollen», so Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport

Der Jugendraum sei ein Experiment, so die Bildungsdirektorin. Für die Gestaltung und das Rahmenprogramm sollen sich die Jugendlichen nämlich selbst einbringen. «Die Stadt stellt ihre Liegenschaft zur Verfügung – anpacken müssen die Jugendlichen aber selbst», so Teuscher. Unterstützung würden sie aber auch von professioneller Seite erhalten. Zusammen sollen die Beteiligten eine nicht-kommerzielle Trägerschaft bilden.

Tag- und Nachtbetrieb

«Gemäss der Umfrage soll der Raum tagsüber etwa zum Chillen einladen, nachts kann sich die Nägeligasse 2 auch in einen Club verwandeln», so Teuscher. Bis dahin müsse das Projekt aber noch etliche Hürden überwinden: der Stadtrat müsse erst noch einen Baukredit genehmigen. Für die Nutzung als Jugendraum müssen die Garagen erst noch umgebaut werden. «Eine erste Schätzung rechnet mit gut 1,2 Millionen Franken Umbaukosten», so Teuscher. Das anschliessende Bauvorhaben müsse allfällige Einsprachen überstehen. «Ich hoffe, dass das Projekt aber schnellstmöglich umgesetzt werden kann», so Teuscher.

Auch die Berner selbst sind dem Projekt gegenüber zuversichtlich gestimmt: «Das wird sicher klappen – einen solchen Ort hätte ich mir in meiner Jugend ebenfalls gewünscht», so Ben Appel, ein 34-Jähriger Servicetechniker. Und junge Berner sprühen bereits vor Ideen: Töggelikästen, gemütliche Sitzecken, eine Biertheke und gute Musik wünschen sie sich für den neuen Raum. «Ein solcher Club wird Bern guttun», meint die 18-Jährige Sarah Weimann aus Zollikofen.

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