Aktualisiert 30.08.2015 05:49

Benjamin Netanyahu«Teheran wird den Terrorismus fördern»

Durch die Lockerung der Sanktionen soll Iran hunderte Milliarden Dollar erhalten. Teheran sei dadurch gefährlicher als der IS, so Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

von
hae
Erneute Kritik am Teheran-Deal: Benjamin Netanyahu warnt vor den möglichen Folgen des Atomabkommens. (25. August 2013) Foto: EPA/Dan Balilty

Erneute Kritik am Teheran-Deal: Benjamin Netanyahu warnt vor den möglichen Folgen des Atomabkommens. (25. August 2013) Foto: EPA/Dan Balilty

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat seine Kritik an dem internationalen Atomabkommen erneuert. Die geplante Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen die Islamische Republik im Gegenzug zur Einschränkung ihres Atomprogramms berge grosse Gefahren.

Das sagte Netanyahu am Samstag bei einem Besuch im italienischen Florenz. «Der Iran wird hunderte Milliarden Dollar durch die Lockerung der Sanktionen und Investitionen erhalten, um seine Aggression und seinen Terrorismus im Nahen Osten und Nordafrika und darüber hinaus zu befeuern», warnte er.

Umfassende Kontrollen

Netanyahu fügte hinzu, der Iran sei gefährlicher als die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Es gebe eine «viel ernsthaftere Gefahr (...) durch einen anderen islamischen Staat, den Islamischen Staat Iran, und insbesondere sein Trachten nach Atomwaffen».

Israel spreche dem Iran nicht das Recht auf eine friedliche Nutzung der Atomkraft ab, sagte Netanyahu. Das internationale Atomabkommen erlaube es Teheran aber, «eine ausgezeichnete Infrastruktur zu behalten und auszubauen, die völlig unnötig für zivile Atomaktivitäten ist, aber vollkommen notwendig für die Produktion von Atomwaffen», warnte der israelische Regierungschef.

Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland hatten sich nach jahrelangen Verhandlungen am 14. Juli mit dem Iran auf ein Atomabkommen geeinigt. Die iranische Regierung verpflichtet sich darin zu tiefgreifenden Einschnitten bei der Urananreicherung und akzeptiert umfassende internationale Kontrollen. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen das Land Schritt für Schritt aufgehoben werden. (hae/sda)

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