Aktualisiert 27.09.2005 05:20

Teilerfolg für Scharon

Keine vorgezogenen Wahlen in Israel: Regierungschef Ariel Scharon hat sich gegen seinen Partei-Rivalen Benjamin Netanjahu durchgesetzt.

Ministerpräsident Ariel Scharon, der wegen der Gewalteskalation in seiner Likud-Partei unter Druck geraten ist, konnte sich bei einer Abstimmung im Zentralkomitee gegen seinen Partei-Rivalen Benjamin Netanjahu durchsetzten.

Nach Medienberichten lehnten am Montagabend 1433 Mitglieder des Likud-Zentralkomitees vorgezogene Wahlen zum Parteivorsitz ab. 1329 sprachen sich dafür aus.

Nach dem von Scharon initiierten Rückzug aus dem Gazastreifen hatte Netanjahu mit der Abstimmung die Weichen für sein politisches Comeback als Regierungschef stellen wollen. Netanjahu war im August, unmittelbar vor Beginn des Rückzugs, als Finanzminister unter Protest zurückgetreten.

Weitere Angriffe im Gazastreifen

Nach Angaben des israelischen Militars beschossen Kampfhelikopter Stellungen, von denen aus militante Palästinenser Raketen auf Israel abgefeuert hatten.

Nach palästinensischen Angaben wurde eine Brücke nahe der Ortschaft Bet Chanun zerstört. Berichte über Verletzte gab es nicht. Die israelische Armee berichtete von drei Angriffszielen im Norden des Gazastreifens.

Die US-Regierung appellierte an Israel, die möglichen Folgen ihrer Offensive für den Friedensprozess zu bedenken. Zuvor hatte bereits Frankreich Israel zur Zurückhaltung aufgerufen.

Die jordanische Regierung verurteilte die israelischen Angriffe. Gleichwohl werde König Abdullah II. an seinen Plänen festhalten, Israel «in Kürze» zu besuchen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Marwan Muasher. (sda)

Israel nimmt militante Palästinenser fest

Israel hat im Westjordanland 82 militante Palästinenser festgenommen, wie die Streitkräfte bekanntgaben. Bereits am Sonntag waren bei einer Aktion gegen Aktivisten der Hamas-Bewegung und des Islamischen Dschihads 207 Palästinenser festgenommen worden.

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