Wahlen: Teilweise chaotische Zustände in Ghana
Aktualisiert

WahlenTeilweise chaotische Zustände in Ghana

Bei der Stichwahl fürs Präsidentenamt ist es in Ghana laut Wahlbeobachtern zu Zwischenfällen gekommen. Es sind in mehreren Gebieten Einschüchterungsversuche und Gewalt registriert worden.

Dies teilte die einheimische Organisation von Wahlbeobachtern CODEO am Sonntag nach Schliessung der Wahllokale mit. Nach Einschätzung der Polizei waren die Vorfälle aber nicht so schwerwiegend, dass ein Wahllokal hätte geschlossen werden müssen.

«Insgesamt ist die Abstimmung gut zu Ende gegangen», sagte der stellvertretende Polizeichef Kwesi Ofori. «Aber es gab einige Vorfälle, darunter mehrere Versuche, Wahlurnen zu stehlen, vor allem in Accra und Kumasi.» Accra ist die Hauptstadt Ghanas, Kumasi die zweitgrösste Stadt.

Die Wahlbeobachter des westafrikanischen Regionalbündnisses ECOWAS registrierten mehr Vorfälle als bei der ersten Runde der Präsidentenwahl Anfang des Monats.

«Diesmal ist es nicht so erfreulich gelaufen wie beim ersten Mal. Wir hatten einige Zwischenfälle - Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteivertretern, Berichte über den Diebstahl von Wahlurnen», sagte Yakubu Gowan, Leiter der Beobachter-Gruppe. Insgesamt gratuliere er aber den Ghanaern zu dieser Abstimmung.

Ergebnis am Dienstag

In der Stichwahl traten Nana Akufo-Addo von der Neuen Patriotischen Partei (NPP) und John Atta Mills vom oppositionellen National-demokratischen Kongress (NDC) gegeneinander an. Das vollständige Ergebnis wird frühestens am Dienstag erwartet.

Akufo-Addo hatte am 7. Dezember mit knapp über 49 Prozent ein gutes Prozent vor Mills gelegen. Gleichzeitig verlor die NPP aber ihre Mehrheit im Parlament. Präsident John Kufour von der NPP durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Vorzeige-Land

Ghana gilt als demokratisches Vorbild in Afrika, das mit umstrittenen Wahlen in Kenia und Simbabwe sowie Militärputschen in Mauretanien im August und Guinea vor einer Woche ein schwieriges Jahr beendet.

Die ehemalige britische Kolonie ist der weltweit zweitgrösste Kakao-Anbauer und der zweitgrösste Gold-Produzent Afrikas. Bis Ende 2010 will das Land zudem Rohöl produzieren.

Beide Präsidentschaftskandidaten haben den 23 Millionen Einwohnern weiterhin stabile Verhältnisse und die Forstsetzung des Wirtschaftswachstums versprochen. Ghana hat damit in den vergangenen Jahren zahlreiche Investoren angelockt.

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