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Berufstätige MütterTeilzeit-Juristin und Mutter – das funktioniert

Muttersein und Karriere müssen sich nicht ausschliessen: Mit dem Contract Centre haben sich vier Juristinnen den Traum einer eigenen Teilzeit-Kanzlei erfüllt.

von
Elisabeth Rizzi

Gerade bei Anwälten hält sich das Klischee der hart bis in die Nacht arbeitenden Work­aholics besonders hartnäckig. Damit will die zweifache Mutter Andrea Tams aufräumen: 2010 hat sie gemeinsam mit einer weiteren Teilzeitanwältin und einem Teilzeitanwalt das Zürcher Contract Centre gegründet. Heute beschäftigt die Kanzlei vier Teilzeit-Rechtsanwältinnen. «In den USA stehen noch weitere Juristen zur Verfügung, die bereits pensioniert sind, aber gerne noch Teilzeit ihre Erfahrung anbieten möchten», erklärt Tams. Die Kanzlei entlastet Rechtsabteilungen und fungiert als outgesourcte Rechtsabteilung für Firmen, die sich keine eigenen Juristen leisten wollen.

Hauptgeschäft ist das Erarbeiten von Verträgen. «Wenn um 7.50 Uhr meine Mädchen das Haus verlassen, setze ich mich an den Schreibtisch und logge mich ins virtuelle Büro ein. Für Kundengespräche fahre ich entweder ins Büro nach Zürich oder treffe mich mit den Kunden in deren Firma», so die 40-Jährige. Die Arbeitsplattform des Contract Centre ist webbasiert. «Unsere Mitarbeiterinnen sind so alle jeden Tag erreichbar», sagt Tams. Wenn die 8-jährige Nele und die 6-jährige Janne nach Hause kommen, kann sie dennoch wieder ganz Mutter sein. Gibts einmal viel Arbeit, loggt sich die Anwältin abends nochmals ein und arbeitet weiter.

ARBEIT ÜERALL UND IRGENDWO

Andrea Tams, was halten Ihre Kunden vom Teilzeitsystem? Andrea Tams: Wann und von wem die Arbeit erledigt wird, ist für den Kunden nicht entscheidend, sondern dass sie rechtzeitig und perfekt gemacht ist.

Andrea Tams, was halten Ihre Kunden vom Teilzeitsystem? Andrea Tams: Wann und von wem die Arbeit erledigt wird, ist für den Kunden nicht entscheidend, sondern dass sie rechtzeitig und perfekt gemacht ist.

Können Mütter das besonders gut?

Sie sind es gewohnt, sich zu organisieren und Deadlines einzuhalten. Kein anderer holt das Kind von der Kita ab.

Aber es gibt auch Probleme wie etwa kranke Kinder ...

Die Solidarität unter uns Frauen ist gross. Und da wir auf den Handys E-Mails empfangen können, ist Erreichbarkeit nie ein Problem.

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