Tele2 lässt Handytarife purzeln
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Tele2 lässt Handytarife purzeln

39 Rappen pro Stunde: Der Preiskampf in der Telekombranche geht weiter. Tele2 will die Mobilkunden ab April mit einem «Big Deal» locken.

Tele2 will in sechs bis sieben Jahren mit 15 Prozent Marktanteil und über einer Million Kunden einer der Top-3-Player im Schweizer Mobilmarkt sein. Der Anbieter hat am Montag ein neues Angebot lanciert: Mit dem Abo «Big Deal» kann ab April für 39 Rappen pro Stunde in alle Schweizer Mobil- und Festnetze telefoniert werden, wie Tele2 am Montag mitteilte. Das Angebot gilt insbesondere auch für Anrufe in die Netze von Swisscom, Sunrise und Orange. Bei einem monatlichen Abopreis von 25 Franken gebe es weder eine Gesprächsaufbaugebühr noch einen Mindestumsatz.

Für Viel- und Langtelefonierer

«Wer viel und lange telefoniert profitiert bei diesem Angebot sehr», sagte Ralf Beyeler, Telekom-Experte beim Internet-Vergleichdienst Comparis, auf Anfrage der AP. Ein Vorteil sei zudem, dass man nicht mehr auf dem gleichen Netz telefonieren müsse. Beyeler schränkte aber ein, die durchschnittliche Gesprächsdauer mit dem Handy in der Schweiz sei deutlich kürzer. «Und wer vor allem kurze Gespräche führt und wenig telefoniert, für den gibts günstigere Angebote im Markt», sagte Beyeler. Denn auch für kürzere Telefonate bezahle man mindestens 39 Rappen.

«Ein schlechtes Geschäft»

Ob die Rechnung für Tele2 aufgeht, bezweifelte Beyeler. Für Anrufe in fremde Netze bezahle der Anbieter wegen der so genannten Terminierungsgebühren dazu. Telefoniere ein Kunde eine Stunde in ein anderes Netz müsse Tele2 rund 12 Franken bezahlen, erhalte vom Kunden aber nur 39 Rappen. «Das ist ein schlechtes Geschäft», sagte Beyeler. Er gehe davon aus, dass Tele2 das Angebot nach einiger Zeit wieder ersetzen werde. Tele2 CEO Mats Tilly entgegnete, es sei selbstverständlich nicht Philosophie der Firma, Produkte zu lancieren, die langfristig wirtschaftlich keinen Sinn machen würden. Tele2 gehe wegen des guten Angebots davon aus, dass die Kunden mehr telefonieren werden. Zudem bestehe ein Tarifplan aus diversen Punkten. Alles in allem sei die Berechnung positiv, sagte Tilly. (dapd)

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