Aktualisiert 09.07.2006 19:45

Telefonieren wirkt wie Alkohol

In der Schweiz ist Telefonieren am Steuer nur mit Freisprechanlage erlaubt. Doch eine neue US-Studie warnt trotzdem vor dem Telefonieren.

Die Psychologen der US-Universität von Utah in Salt Lake City stützten ihre Forschungen laut ihrer Website auf Versuche mit zahlreichen Testpersonen. Diese mussten mal mit einem Handy, mal über die Freisprecheinrichtung und mal mit einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille im Fahrsimulator auf unerwartete Bremsmanöver ihres virtuellen Vordermannes reagieren. Die Ergebnisse waren so überraschend wie eindeutig: Die Tests zeigten, dass die Reaktion der Telefonierenden auf ähnliche Weise verlangsamt war wie unter Einwirkung von Alkohol.

Dabei spielte es keine Rolle, ob das Mobiltelefon direkt ans Ohr gehalten oder das Gespräch über eine Freisprecheinrichtung geführt worden ist. «So wie man sich selbst und andere einem Risiko aussetzt, wenn man betrunken fährt, so gefährdet man auch sich und andere, wenn man am Steuer telefoniert. Der Grad der Beeinträchtigung ist sehr ähnlich», heisst es im Fazit der Studie, die im Wissenschaftsmagazin «Human Factors» veröffentlicht wird, wie Spiegel online schreibt.

Die Untersuchung bestätigte frühere Forschungen, denen zufolge die Ablenkung des Fahrers nicht in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass er nur eine Hand am Steuer hat. Vielmehr ist demnach die Telefon-Konversation an sich für die Ablenkung verantwortlich.

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