Telekom-Chef gefeuert

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Telekom-Chef gefeuert

Der Vorstandschef der Deutschen Telekom, Kai- Uwe Ricke, tritt zurück. Dies teilte die Telekom am Sonntagabend mit. Er scheide am 13. November aus dem Unternehmen aus.

Über Rickes Nachfolger soll voraussichtlich das Kontrollgremium am Montag entscheiden. Kreisen zufolge hat T-Mobile-Chef René Obermann bereits einer Berufung zugestimmt.

Als Grund für den Wechsel an der Konzernspitze gilt der Kundenrückgang in der Festnetzsparte T-Com, der sich auch im dritten Quartal ungebremst fortsetzte. Seit Jahresbeginn kehrten über 1,5 Millionen Kunden der Telekom den Rücken.

Auf Rauswurf gedrängt

Für Rickes Abgang machten sich der Finanzinvestor Blackstone und der Bund stark, die mit seiner Führung nicht mehr einverstanden waren, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person sagte. Blackstone habe schon im September auf einen Rauswurf von Ricke gedrängt, was Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und der Bund aber abgelehnt hätten.

Mittlerweile sei das Verhältnis zwischen Zumwinkel und Ricke aber merklich abgekühlt, hiess es. Auf einer inoffiziellen Sitzung des Aufsichtsrates nach der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag habe Zumwinkel den Vorstandsvorsitzenden massiv kritisiert. «Da hat es richtig gekracht», hiess es.

Spekulationen

Bereits seit Freitag wurde in der Öffentlichkeit wieder heftig über Rickes Zukunft an der Telekom-Spitze spekuliert. Mehrere Zeitungen hatten übereinstimmend berichtet, Ricke solle schon bald durch Obermann ersetzt werden.

Den Kreisen zufolge könnte daher auch T-Com-Chef Walter Raizner abgelöst werden. Die Entscheidung über diese Personalie soll erst später fallen. Raizner sei kein Thema auf der Sitzung am Sonntag gewesen.

Die Telekom hatte vor allem wegen der Schwäche von T-Com im August ihre Prognose für 2006 und 2007 deutlich gesenkt, was den Aktienkurs einbrechen liess.

«Viel Geld verloren»

«Blackstone hat dabei viel Geld verloren und seitdem ist das Verhältnis zu Ricke gestört», hiess es im Umfeld des Finanzinvestors, der 4,5 Prozent der Telekom-Aktien hält und einen Posten im Aufsichtsrat besetzt. Der Bund ist mit rund einem Drittel der wichtigste und mit Abstand grösste Anteilseigner der Telekom.

Ricke hatte vor vier Jahren den Chefposten bei Europas führendem Telekomkonzern von Ron Sommer übernommen. Ursprünglich wollte der Aufsichtsrat der Telekom am 5. Dezember über eine Verlängerung seines Vorstandsvertrags entscheiden.

Ricke hatte erst am Donnerstag bei der Präsentation der Neun- Monats-Zahlen betont: «Wir haben im Wettbewerb eine neue Stärke gewonnen.» Im Inlandsgeschäft habe sich die Umsatzentwicklung stabilisiert und im Ausland legten die Erlöse weiter zu.

(sda)

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