Datenklau bei Telekom: Telekom speicherte Verbindungsnachweise

Aktualisiert

Datenklau bei TelekomTelekom speicherte Verbindungsnachweise

Im Zuge der Datenschutzaffäre bei der Deutschen Telekom ist das Unternehmen nach eigenen Angaben auf eine weitere Schwachstelle gestossen.

Die Einzelverbindungsnachweise mehrerer Aufsichtsratsmitglieder der Tochter T-Mobile wurden jahrelang archiviert, wie Sprecher Stephan Broszio am Sonntag in Bonn erklärte. Allerdings hätten diese Vorgänge nicht zu einem Missbrauch geführt.

Dem Unternehmen zufolge kam es zu der Speicherung, weil die Deutsche Telekom Aufsichtsratsmitgliedern von Tochtergesellschaften anbietet, die Kosten für den privaten Telefonanschluss zu übernehmen. Dazu würden die Rechnungen an das Aufsichtsratsbüro übermittelt. Weil einige Mitglieder des Gremiums einen Einzelverbindungsnachweis gebucht hätten, seien die Aufstellungen mit der Rechnung abgeheftet worden.

«Eine Auswertung der Daten oder ein Missbrauch ist nach Aussagen der Beteiligten nicht vorgekommen. Mittlerweile ist die Vorgehensweise geändert», erklärte Broszio. Einzelverbindungsnachweise würden nicht mehr erstellt. Die vorhandenen Dokumente seien eingesammelt und versiegelt worden. Über den Fall berichtete zuerst das «Handelsblatt».

Unabhängig von diesen Vorgängen wurde am Wochenende der bislang grösste Datendiebstahl in Deutschland bekannt, für den Telekom-Chef Rene Obermann bei den Kunden um Entschuldigung bat. Bereits im Jahr 2006 wurden Datensätze von rund 17 Millionen Mobilfunkkunden entwendet. Das entspricht etwa der Hälfte aller Handyverträge, die T-Mobile damals hatte. Das Unternehmen schaltete die Staatsanwaltschaft ein. (dapd)

Deine Meinung