WM-Start der Nati: Tempo, Tempo und nochmals Tempo
Publiziert

WM-Start der NatiTempo, Tempo und nochmals Tempo

Die Blöcke stehen, das Team ist bereit. Nationalcoach Patrick Fischer lässt sich aber vor dem WM-Auftakt gegen Slowenien ein paar Optionen offen.

von
Marcel Allemann
Paris
1 / 4
Taktische Anweisungen beim Training am Vortag des WM-Startspiels gegen Slowenien von Nationaltrainer Patrick Fischer.

Taktische Anweisungen beim Training am Vortag des WM-Startspiels gegen Slowenien von Nationaltrainer Patrick Fischer.

Keystone/Peter Schneider
Der Nationaltrainer und sein neuer Captain: Patrick Fischer (r.) und Raphael Diaz.

Der Nationaltrainer und sein neuer Captain: Patrick Fischer (r.) und Raphael Diaz.

Keystone/Peter Schneider
Dominik Schlumpf gehört zu den Wackelkandidaten – findet der Verteidiger gegen Slowenien den Weg in die Aufstellung?

Dominik Schlumpf gehört zu den Wackelkandidaten – findet der Verteidiger gegen Slowenien den Weg in die Aufstellung?

Keystone/Peter Schneider

Mit sieben Verteidigern und 13 Stürmern will Nati-Trainer Patrick Fischer die erste Aufgabe an der Eishockey-WM in Paris angehen. Das heisst, dass in der Verteidigung Marti oder Schlumpf und im Sturm Suri oder Herzog vorerst noch nicht gemeldet werden. Dies für den unwahrscheinlichen Fall, dass es doch noch Verstärkung aus Nordamerika (Roman Josi, Yannick Weber, Mark Streit) geben könnte, und um sich in dieser Hinsicht noch ein Hintertürchen offen zu lassen.

Ob Jonas Hiller, wie allgemein erwartet wird, oder Leonardo Genoni gegen Slowenien das Tor hüten wird, wollte Fischer noch nicht verraten. «Das seht ihr dann am Matchtag. Die Slowenen sollen es auch nicht vorher wissen», erklärte der Nati-Coach den Journalisten.

Diaz anstelle von Ambühl Captain

Captain des Schweizer WM-Teams wird nicht mehr wie im Vorjahr Andres Ambühl sein, sondern Raphael Diaz. «Das haben wir so entschieden», sagte Fischer, ohne näher darauf eingehen zu wollen.

Es ist klar: Eine Niederlage gegen den Aufsteiger, so wie in den beiden letzten Jahren gegen Österreich (2015) und Kasachstan (2016), sollten die Eisgenossen tunlichst vermeiden, wollen sie in Paris Schwung aufnehmen. «Wir gehen nicht mit der Einstellung ins Spiel, dass wir nicht verlieren dürfen, sondern mit der Einstellung, dass wir gewinnen wollen», führt Fischer aus.

«Schnelle Entscheidungen treffen»

Fischers Schlachtplan für das Startspiel beruht dabei auf einer einfachen Strategie. «Wir müssen die Slowenen von Anfang an unter Druck setzen und schnelle Entscheidungen treffen.» Also Tempo, Tempo und nochmals Tempo. Neo-Captain Diaz sagt zur Marschroute: «Wir müssen uns auf uns konzentrieren, unser Spiel machen.»

Gegner Slowenien ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Im vergangenen Herbst qualifizierte sich die Mannschaft von Trainer Nik Zupancic überraschend für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang und liess dabei mit Siegen die höher dotierten Dänen und Weissrussen hinter sich.

Starspieler Anze Kopitar fehlt in Paris

In Paris muss Slowenien allerdings auf seinen besten Spieler verzichten. NHL-Star Anze Kopitar hat bereits vor einem Monat abgesagt, weil er sich nach der langen Saison mit Olympia-Qualifikation, World Cup und NHL ausgelaugt fühlt. Zudem stehen bei seinem Verein Los Angeles Kings nach einer enttäuschenden Saison und dem anschliessenden Management- und Trainerwechsel grosse Veränderungen an. Kopitar ist da als Captain innerhalb der Organisation ein gefragter Mann.

Auch ohne Kopitar gibt es allerdings einige starke Spieler bei den Slowenen. Etwa Robert Sabolic, der sich in dieser Saison für Wladiwostok in der KHL 19 Tore und 25 Assists gutschreiben lassen konnte. Trotzdem: Alles andere als ein Sieg im Auftaktspiel wäre eine herbe Enttäuschung und würde die WM in Paris für die Nati sehr kompliziert werden lassen. Das Fundament der Mannschaft lässt derzeit aber wenig Zweifel aufkommen.

Rüfenacht mit Almond und Schäppi

Raphael Diaz/Philippe Furrer; Ramon Untersander/Dean Kukan; Romain Loeffel/Joël Genazzi bilden die drei gesetzten Verteidiger-Paare. Dazu kommt als siebter Defensivspieler Christian Marti oder Dominik Schlumpf. Im Sturm sehen die vier Linien so aus: Andres Ambühl/Denis Malgin/Pius Suter; Damien Brunner/Tanner Richard/Simon Bodenmann; Denis Hollenstein/Gaëtan Haas/Vincent Praplan; Thomas Rüfenacht, Cody Almond, Reto Schäppi. Als 13. Stürmer wird entweder Reto Suri oder Fabrice Herzog Unterschlupf im WM-Kader finden.

Deine Meinung