Aktualisiert 15.12.2010 23:41

ThurgauTemporeduktion für Güterzüge

Auf der Seelinie zwischen Konstanz D und Rorschach SG sollen Güterzüge ab 2012 langsamer fahren, damit sie weniger Lärm verursachen: Der Thurgauer Regierungsrat reicht der SBB ein entsprechendes Gesuch ein, wie er am Mittwoch mitteilte.

Im Thurgau besteht seit einigen Jahren eine Interessengemeinschaft, die sich gegen den Güterzuglärm auf der Bahnlinie entlang des Bodensees wehrt. Vertreter der IG Seelinie, der Seegemeinden und Regierungsrat Kaspar Schläpfer trafen sich am Montag zum Gespräch.

Schläpfer informierte über die Resultate einer Studie, die der Regierungsrat einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben hatte. Gemäss der Studie würde eine Reduktion der Geschwindigkeit der Güterzüge von heute 80 bis 95 Stundenkilometer auf 50 bis 60 Stundenkilometer eine deutlich wahrnehmbare Lärmverminderung bewirken - ohne Kosten.

Laut Schläpfer entgegnet die Infrastrukturabteilung der SBB, eine Reduktion der Geschwindigkeit auf der eingleisigen Seelinie hätte Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des Personenverkehrs. Um das zu verhindern, wären bei Tempo 50 gemäss SBB Doppelspurausbauten für 220 Millionen Franken nötig, bei Tempo 60 solche für 100 Millionen.

Das halten der Thurgauer Regierungsrat und die IG Seelinie für unverhältnismässig. Zwischen Kreuzlingen und Münsterlingen und zwischen Romanshorn und Egnach gibt es gemäss der SBB ohne Ausbau einen Spielraum für Temporeduktionen. Dass Güterzüge dort ab 2012 mit Tempo 50 fahren, will der Thurgau mit seinem Gesuch erwirken.

(20 Minuten/sda)

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