Streit um Lockdown-Regeln: Tennisspieler wird von wütendem Anwohner mit Racket verprügelt
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Streit um Lockdown-RegelnTennisspieler wird von wütendem Anwohner mit Racket verprügelt

Ein Tennismatch in einem Wohnquartier im Kanton Zug brachte während des Lockdowns einen Anwohner in Rage: Dieser ohrfeigte einen der Spieler und verletzte ihn.

von
Dominic Wipfli
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Ein Anwohner im Kanton Zug nervte sich im Frühling 2020 über ein Tennisspiel. (Symbolbild)

Ein Anwohner im Kanton Zug nervte sich im Frühling 2020 über ein Tennisspiel. (Symbolbild)

Bildarchiv Tagesanzeiger, Zürich
Durch den Schlag erlitt der 22-jährige Tennisspieler einen Riss im Trommelfell. (Symbolbild)

Durch den Schlag erlitt der 22-jährige Tennisspieler einen Riss im Trommelfell. (Symbolbild)

Samuel Schalch / Tages-Anzeiger
Die Zuger Staatsanwaltschaft verurteilte den 33-jährigen Anwohner wegen geringfügiger Sachbeschädigung, Drohung und einfacher Körperverletzung. (Symbolbild)

Die Zuger Staatsanwaltschaft verurteilte den 33-jährigen Anwohner wegen geringfügiger Sachbeschädigung, Drohung und einfacher Körperverletzung. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Ein Anwohner war genervt von einem Tennisspiel und verprügelte einen der Spieler.

  • Der Angriff verursachte eine Perforation im Trommelfell des Opfers.

  • Die Zuger Staatsanwaltschaft verurteilte den 33-Jährigen wegen Sachbeschädigung, Drohung und einfacher Körperverletzung.

Kurz nach Start des ersten Lockdowns am 12. April 2020 entschieden sich ein 22-jähriger Student und seine Kollegin im Kanton Zug dazu, eine Partie Tennis zu spielen. Das Mixed-Duell, welches von vier Zuschauern vom Zaun aus beobachtet wurde, brachte einen Anwohner in Rage. Denn der 33-Jährige war der Meinung, dass es mitten in der ausserordentlichen Lage nicht möglich sei, Tennis zu spielen – und dies erst noch vor Publikum, wie die «Luzerner Zeitung» berichtete. Darum wollte der Mann das Spiel beenden.

In der Folge fragte der erboste Anwohner die beiden Spieler, ob sie überhaupt in dem Quartier wohnen würden und ob sie berechtigt sind den Tennisplatz zu benutzen. Dies konnte einer der Spieler bestätigten und verwies den wütenden Mann auf die Reservationstafel, wo er und seine Partnerin für das Match eingetragen waren.

Doch damit wollte sich der Anwohner nicht zufriedengeben und er pöbelte weiter, schrie den Spieler an und rückte ihm auf die Pelle. Lange blieb der Spieler ruhig, doch diese körperliche Annäherung des wütenden Mannes passte dem Tennisspieler nicht und er forderte den Anwohner auf, zwei Meter Abstand einzuhalten.

Anwohner schlägt mehrmals zu

Nach der Ermahnung des Studenten platzte dem Anwohner endgültig der Kragen und er ging auf den Spieler los. Dabei schlug er um sich und traf dabei den 22-Jährigen am linken Ohr. Wie später ein Arzt attestierte, erlitt er durch den Schlag einen Riss im Trommelfell. Während der Mann auf den Tennisspieler einschlug, verlor dieser seinen Tennisschläger. Der Handwerker hob ihn auf, sprang auf den Spieler zu und schlug mehrmals auf ihn ein. Nun griffen die vier Zuschauer ein und trennten die beiden Männer voneinander. Mit verbalen Drohungen machte sich der Mann anschliessend davon.

Nun hatte dies Folgen für den Angreifer. Die Zuger Staatsanwaltschaft verurteilte den 33-Jährigen wegen geringfügiger Sachbeschädigung, Drohung und einfacher Körperverletzung bedingt zu 80 Tagessätzen Geldstrafe à 30 Franken. Hinzu kommen 100 Franken für eine Übertretungsbusse.

Ebenfalls verurteilen die Zuger Strafverfolger den Mann wegen Hinderung einer Amtshandlung: Im November 2019 wurde er von einer Patrouille der Zuger Polizei auf der Terrasse eines Restaurants kontrolliert. Seinen Ausweis übergab er zwar den Polizisten, er war aber nicht damit einverstanden, dass seine persönlichen Sachen in der Öffentlichkeit durchsucht wurden. Darum hätte er auf den Polizeiposten gebracht werden sollen. Der Mann setzte sich während den Vorbereitungen für den Transport stattdessen aber auf seinen Electro-Scooter und machte sich aus dem Staub.

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