«Terminator» schiesst «Dirty Harry» ab

Aktualisiert

«Terminator» schiesst «Dirty Harry» ab

Ein US-Gouverneur setzt ein Mitglied der staatlichen Parkbehörde ab. Es hatte den Bau einer Autobahn durch ein Erholungsgebiet bekämpft. So weit nichts Besonderes. Ausser, dass es sich dabei um Arnold Schwarzenegger und Clint Eastwood handelt.

Sie sind altgediente Hollywood-Haudegen, seit langem befreundet und politisch auf der gleichen Wellenlänge. Zumindest waren sie es bis letzte Woche. Dann entschied der «Gouvernator», dass Eastwoods Mandat als Mitglied der Parkbehörde des Bundesstaats Kalifornien nicht verlängert wird. In der gleichen Sache setzte Schwarzenegger gleich noch seinen Schwager Bobby Shriver vor die Tür.

Offizielle Begründung des Gouverneurs: Die Amtszeit der beiden, die seit 2001 der Behörde angehörten, sei abgelaufen, er wolle nun anderen eine Chance geben. Doch Eastwood und Shriver sind überzeugt, dass ein ganz anderer Grund zu ihrer Absetzung geführt hat. Beide hatten sich dem Bau einer sechsspurigen, gebührenpflichtigen Autobahn durch den San Onofre State Beach widersetzt. Der Park ist landschaftlich reizvoll und bei Surfern beliebt. Das Bauprojekt wurde im Februar von der zuständigen Kommission versenkt.

Strasse gegen Klimawandel?

Nun folgte offenbar die Retourkutsche. Gegenüber der «Los Angeles Times» zeigte sich Clint Eastwood perplex. Er habe Schwarzenegger seine Bedenken schon vor längerer Zeit mitgeteilt, und der Gouverneur habe ihm geraten, seinem Gewissen zu folgen. «Wer sich für Schutzgebiete engagiert, will wohl kaum Autobahnen durch Parks bauen», so Eastwood. «Ich weiss nicht, was daran überraschend sein soll.»

Arnold Schwarzenegger hatte sich für den Bau der Strasse ausgesprochen, weil sie das Orange County vom Verkehr entlastet und damit zum Kampf gegen den Klimawandel beigetragen hätte. Clint Eastwood hatte sich unter anderem in einen Fernsehspot gegen die Autobahn ausgesprochen und sich daran erinnert, wie er bereits in den 50er Jahren als junger Mann im San-Onofre-Gebiet gesurft hatte.

Lob von Umweltschützern

Der 77-jährige Hollywoodstar und Hobby-Politiker – er war Bürgermeister seiner Wohngemeinde Carmel – engagiert sich seit Jahren für Naturpark und Erholungsgebiete. Von Umweltschützern erhält er dafür viel Lob. Trotz der schnöden Abfuhr ist er nicht nachtragend. Schwarzenegger – wie er ein Republikaner und «ein Freund seit langer Zeit» - habe ihn angerufen und sein Bedauern ausgedrückt. Eastwood erwiderte, er brauche sich nicht zu sorgen: «Ich bin ein erwachsener Mensch und kein Kind.»

(pbl)

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