«Terminator» will Brandstifter «jagen»
Aktualisiert

«Terminator» will Brandstifter «jagen»

Gut eine Woche nach Ausbruch der verheerenden Feuer in Kalifornien hatten die Einsatzkräfte fast alle grösseren Brände unter Kontrolle. Jetzt gehts ans Aufräumen.

Eine völlige Eindämmung wurde im Laufe der Woche erwartet.

Da aber zu Beginn der Woche ein leichter Anstieg der Temperaturen und mehr Wind erwartet wurden, blieben tausende Feuerwehrleute im Einsatz, um eine neue Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Ein Thema war am Wochenende die Luftqualität. In manchen Gebieten wurde nach Medienberichten eine drei Mal so hohe Verschmutzung wie sonst üblich gemessen.

Die kalifornische Umweltbehörde empfahl, dass sich vor allem ältere Menschen und Kinder in den besonders betroffenen Regionen vorerst nicht im Freien aufhalten sollten. Die Behörde warnte vor möglichen Gesundheitsschäden durch das Einatmen von Russpartikeln.

Schwarzenegger gegen Brandstifter

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger kündigte bei einem Besuch in Orange County, dem Schauplatz eines der grössten Feuer, ein gnadenloses Vorgehen gegen Brandstifter an. «Wir werden sie jagen und stellen und mit der vollen Härte des Gesetzes bestrafen», sagte er.

Am Wochenende fahndeten die Behörden nach dem Besitzer eines weissen Kleinlasters, der kurz vor dem Ausbruch des schweren Feuers in Orange County gesehen worden war. Dieser Brand war am Sonntag zu etwa 40 Prozent eingedämmt. Bereits am Freitag waren fünf mutmassliche Brandstifter festgenommen worden.

Insgesamt hatten die Flammen in Südkalifornien bis Samstag mehr als 1700 Häuser zerstört und 1900 Quadratkilometer Land verbrannt. Die Zahl der Todesopfer lag weiter bei 17. Allerdings wurde befürchtet, dass sich die Zahl noch erhöhen wird.

«Ich glaube, dass wir noch bis ins nächste Jahr hinein Leichen finden werden», sagte Sheriff Mike Radovic aus San Diego. Er verwies darauf, dass vermutlich zahlreiche Migranten aus Mexiko im Chaos der Brände eine Fluchtmöglichkeit in die USA gesehen hätten. Am Freitag waren in einem Waldgebiet nahe der Grenze zu Mexiko vier verkohlte Leichen gefunden worden.

Gestellte Medienkonferenz

Unterdessen entschuldigte sich die US-Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) für eine gestellte Medienkonferenz zu den Bränden am Dienstag vergangener Woche in Washington. Nach Medienberichten hatte sie die Veranstaltung nur 15 Minuten vor dem geplanten Beginn angekündigt, was eine Teilnahme von Reportern praktisch unmöglich machte.

Die Behörde arrangierte dann, dass die Medienvertreter per Telefon zuhören konnten - eine Möglichkeit zum Fragestellen gab es aber nicht. Diese Funktion übernahmen während der teilweise von Kabelfernsehsendern übertragenen «Pressekonferenz» Mitarbeiter der FEMA.

Sie wurden vom stellvertretenden Behördenchef Harvey Johnson jeweils aufgerufen, ohne dass ihre wahre Identität enthüllt wurde. Johnson gab dann Antworten, in denen er betonte, wie rasch und gut die FEMA auf die Feuer reagiert habe.

(sda)

Deine Meinung