Terror in Ägypten
Aktualisiert

Terror in Ägypten

Bei der bislang blutigsten Serie von Anschlägen auf israelische Touristen im Ausland sind in Ägypten mindestens 30 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden.

Die meisten der Opfer der mit Autobomben verübten insgesamt drei Attentate in den Badeorten Taba und Ras el Schaitani auf der Sinai- Halbinsel stammten aus Israel. Unter den Toten waren mehrere Kinder. Israelische Sicherheitsbehörden vermuten die Attentäter in Kreisen islamistischer Terrorgruppen, die dem Al Kaida-Netzwerk angeschlossen sein könnten.

Rettungskräfte befürchteten, dass die Zahl der Toten noch erheblich steigt. 30 Israelis wurden am Freitagnachmittag noch vermisst. Bergungsteams begannen in den Trümmern des schwer beschädigten «Hilton Taba» die Suche nach Verschütteten.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon berief am Freitag eine Krisensitzung seines Kabinetts ein. In Israel wurde aus Furcht vor weiteren Anschlägen erhöhte Alarmbereitschaft ausgerufen. Tausende israelischer Urlauber im Sinai traten nach den Bombenanschlägen fluchtartig die Heimreise an.

Eine dritte islamistische Gruppe bekannte sich derweil zu den Anschlägen. In einer am Freitag auf einer islamistischen Website veröffentlichten Erklärung übernahmen die «Abdallah el Assam- Brigaden», die nach eigenen Angaben zum El-Kaida-Netzwerk gehören, die Verantwortung für die Anschläge.

Zuvor hatten sich bereits die Organisation Dschamaa el Islamija el Alamija und die Gruppe «Brigaden der Islamischen Einheit» zu den Gewalttaten bekannt.

Der Anschlag in Taba war der bisher schwerste auf israelische Touristen im Ausland. Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Sinai-Anschläge nicht ausdrücklich. Ein Sprecher des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat sagte, die israelische Besatzung sei verantwortlich für die anhaltende Gewalt in der Region. (sda)

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