30.04.2016 09:55

1. Juni 2016

Terrorangst – Sicherheit für Neat-Eröffnung erhöht

Der Sicherheitsaufwand für die Einweihung des Gotthard-Basistunnels in rund einem Monat ist riesig, insbesondere nach den Anschlägen in Brüssel und Paris.

von
nag
Urner und Tessiner sorgen für Sicherheit: Feier der Mineure nach dem 2. Hauptdurchschlag im Basistunnel in Sedrun. (23. März 2011).

Urner und Tessiner sorgen für Sicherheit: Feier der Mineure nach dem 2. Hauptdurchschlag im Basistunnel in Sedrun. (23. März 2011).

Keystone/Gaëtan Bally

Zur Eröffnung des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels am 1. Juni werden über 1000 Gäste und rund 300 Journalisten aus dem In- und Ausland erwartet. Die Sicherheitsvorkehrungen sind angesichts der latenten Terrorgefahr noch einmal erhöht worden.

Im Unterschied zum Weltwirtschaftsforum WEF in Davos befiehlt am Gotthard nicht eine Kantonspolizei. Stattdessen ist ein Sonderstab für zwei Kantone – Uri und Tessin – zuständig, schreibt «SRF Online».

Grosses Armeeaufgebot

«Es ist das erste Mal, dass zwei Regierungen eine Vereinbarung unterschreiben und das Kommando an nur einen Stab abgeben, der über zwei verschiedene Kantone hoheitlich handeln kann», sagt Lorenzo Hutter stellvertretender Kommandant der Kantonspolizei Tessin.

Für die Kosten der Sicherheitsvorkehrungen hat der Bund ein Budget von 3 Millionen Franken festgelegt. Nicht eingerechnet sind dabei die Kosten für den Armee-Einsatz, die über das ordentliche Budget des Verteidigungsdepartements laufen. Bis zu 2000 Armee-Angehörige werden laut «NZZ» zur Sicherung der Neat-Feier eingesetzt. Die Luftwaffe sichert den Luftraum.

Wie viele Beamte bei der Gotthard-Eröffnung im Einsatz stehen werden, will Hutter, der bei der Eröffnung den gesamten Einsatz leiten wird, nicht verraten.

Letzte Arbeiten auf Kurs

Nach Ansicht der NEAT-Aufsichtsdelegation (NAD) steht der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels am 11. Dezember nichts im Weg. Die Kinderkrankheiten müssten bis dahin aber behoben sein, mahnt sie in ihrem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht.

Der Testbetrieb läuft seit Oktober 2015 auf Hochtouren. Im Einsatz stehen rund 450 Lokführer, Sicherheitsverantwortliche, Testleiter und Ingenieure. Bis Ende Mai werden insgesamt 5000 Testfahrten durchgeführt. Danach folgt bis zur Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs der Probebetrieb in der Verantwortung der SBB.

In diesen Monaten gilt es auch, letzte Arbeiten und Rückbauten abzuschliessen und die Systeme zu optimieren. Die Arbeiten befänden sich auf Kurs, schreibt die NAD. Weil der Testbetrieb noch nicht fertig ausgewertet werden konnte, ist deren Umfang bisher noch nicht ganz klar. (nag/sda)

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Merkel, Hollande und Renzi kommen

Zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels am 1. Juni werden die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande, Italiens Premier Matteo Renzi und weitere Staatsgäste erwartet. Der Bund setzt für die Feier 8 Millionen Franken ein. «Wir werden 1100 Gäste haben, rund 300 Medienschaffende aus der ganzen Welt werden teilnehmen,» wie Verkehrsministerin Doris Leuthard in einem Interview mit dem «Blick» sagte.

Die 8 Millionen Franken, die der Bund einsetze, seien vernünftig investiert, und auch die Sicherheit für die Staatsgäste koste, stellte Leuthard klar. An der kulturellen Inszenierung zur Tunneleröffnung wirkten 600 Darsteller mit, darunter viele Laien, sagte Leuthard. 1000 ausgeloste Passagiere dürfen in zwei Sonderzügen als erste durch den Tunnel fahren. Am ersten Juni-Wochenende gibt es einen Publikumsanlass mit vier Festplätzen beidseits des Gotthards.

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