Aktualisiert 17.03.2004 22:34

Terrordrohung wegen Schleierverbot

Fünf Tage nach den Anschlägen von Madrid hat ein bislang unbekanntes muslimisches «Kommando Mowsar Barajew» Frankreich mit Anschlägen wegen des Verbots islamischer Kopftücher in Schulen gedroht.

Mowsar Barajew hiess der Anführer des Tschetschenenkommandos, das im Oktober 2002 in einem Moskauer Theater 1000 Geiseln genommen hatte. Er war bei der Geiselbefreiung getötet worden.

Die französischen Behörden sind bereits gegen eine radikalmuslimische «Tschetschenien-Verbindung» vorgegangen, die Giftanschläge in Frankreich geplant haben soll.

Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete am Dienstag Ermittlungen wegen der Drohungen ein. Die Zeitung «Le Parisien» bestätigte, dass das zweiseitige, mit «Kommando Mowsar Barajew» unterzeichnete Schreiben bei ihr eingegangen sei.

Es habe sich «im Namen der Diener Allahs des Allmächtigen und Weisen» an die «Diener der französischen Republik» gewandt. Die Autoren hätten mit Anschlägen «wegen der Verabschiedung des Gesetzes am 10. Februar gegen das Tragen des Kopftuches an Schulen» gedroht.

Die Zeitung betonte, dass nicht sie, sondern die Behörden den Eingang des Briefes publik gemacht hätten. Auch bei der Zeitung «Le Monde» ging das Schreiben ein.

Innenminister Nicolas Sarkozy sagte, die Bedrohung werde geprüft. Eine Organisation «Diener Allahs des Allmächtigen und Weisen» sei den Geheimdiensten bisher unbekannt, hiess es aus informierten Kreisen.

Frankreich hatte in den vergangenen Tagen bereits Alarmstufe rot auf Bahnhöfen und Flugplätzen eingeführt. Alleine am Montag waren auf den 1233 französischen Bahnhöfen rund 12 000 Personen kontrolliert worden.

(sda)

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