Terrordrohungen zeigen Wirkung
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Terrordrohungen zeigen Wirkung

Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau brach eine Afrikareise ab, Israel zog Diplomaten aus Mauretanien und Katar zurück und Indonesien befürchtet Anschläge vor der Parlamentswahl im April.

Rau verzichtete nach der von deutschen Sicherheitsdiensten als ernstzunehmend eingestuften Hinweise auf einen Mordanschlag darauf, die in Dschibuti im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes «Enduring Freedom» stationierten Bundeswehrsoldaten zu besuchen. Er reiste von Daressalam nach Berlin zurück.

Nach einer konkreten Terrordrohung wurden die amerikanische Botschaft und das US-Konsulat in Dubai am Mittwoch vorübergehend geschlossen. Das teilte eine Botschaftssprecherin mit. Weil nach dem Tod von Hamas-Gründer Scheich Ahmed Jassin eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen gegen amerikanische Bürger und Einrichtungen bestehe, veröffentlichte das US-Aussenministerium bereits am Dienstag Warnungen für den Nahen Osten und Nordafrika.

Die Sicherheitslage in den US-Vertretungen solle am Donnerstag und Freitag - an denen die Einrichtungen wegen des arabischen Wochenendes ohnehin geschlossen sind - überprüft werden, teilte Botschaftssprecherin Hilary Olsin-Windecker weiter mit. Eine ausdrückliche Warnung an US-Bürger in den Emiraten gebe es nicht. Nach einer Bombendrohung in Riad, die sich als Fehlalarm herausstellte, wurde die US-Botschaft in Saudi-Arabien kurzfristig geschlossen.

Der neue Führer der Hamas im Gazastreifen, Abdel Asis Rantisi, betonte am Mittwoch, die Untergrundorganisation plane keine Anschläge gegen amerikanische Einrichtungen. Der Widerstand werde sich auf Ziele «innerhalb unseres Landes» beschränken, sagte Rantisi. Nach dem Tod Jassins am Montag hatte die Hamas zunächst entsprechende Anschläge gegen Washington angedeutet.

Aus Sicherheitsgründen beorderte Israel nach der Tötung Jassins Diplomaten und ihre Angehörigen vorzeitig aus den arabischen Staaten Mauretanien und Katar zurück, wie das Aussenministerium in Jerusalem bekannt gab. Die Familien hätten ursprünglich erst in einer Woche für einen Feiertag zurückfliegen sollen. Aus Furcht vor Racheakten wurden die Sicherheitsvorkehrungen an israelischen Botschaften und Konsulaten weltweit verstärkt. Konkrete Drohungen in Mauretanien und Katar gebe es jedoch nicht, erklärte Aussenamtssprecher Jonatan Peled.

In Kairo demonstrierten rund 1.500 Studenten gegen die Tötung Jassins und forderten die Hamas zu Racheakten auf. In Bahrain gingen 200 Jugendliche auf die Strasse und warfen vor der US-Botschaft mit Steinen.

Vor der Parlamentswahl im April warnte der indonesische Polizeichef vor Anschlägen militanter Islamisten und rief die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. Am Wochenende hatten indonesische Sicherheitskräfte nach einer Explosion in Jakarta 26 Personen festgenommen. Sie sollen einen Kurs über die Herstellung von Sprengsätzen veranstaltet haben. (dapd)

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