Kämpfe in Syrien: «Terroristen» greifen Flughafen Aleppo an

Aktualisiert

Kämpfe in Syrien«Terroristen» greifen Flughafen Aleppo an

Die syrische Stadt Aleppo bleibt heftig umkämpft. Laut dem staatlichen Fernsehen haben sich die Kämpfe rund um den Flughafen intensiviert.

Die syrische Hauptstadt Damaskus ist am Freitag erneut zum Schauplatz von Kämpfen zwischen Aufständischen und Truppen des Regimes von Baschar al-Assad geworden. Aktivisten berichteten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Massa im Westen von Damaskus.

Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im eleganten Viertel Al-Massa sei verängstigt und schockiert, hiess es in den Berichten. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.

Les rebelles syriens capturent un pilote

Die Truppen des Assad-Regimes hatten die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder mit Nadelstichaktionen verschiedene Wohnviertel von Regierungsmitgliedern und Funktionären an.

Videobotschaft an Asma al-Assad

In der umkämpften nördlichen Wirtschaftsmetropole Aleppo verstärkten die Regimetruppen unterdessen den Artilleriebeschuss. Dabei würden sie nun auch besonders grosskalibrige Geschosse einsetzen, sagte ein örtlicher FSA-Kommandant.

Interview de Bachar Al-Assad

Vor Flughafen zurückgeschlagen

In der Nähe des Militärflughafens bombardierten Regimetruppen ein Dorf, berichteten Aktivisten. Zuvor hatten sich syrische Regierungstruppen staatlichen Medienberichten zufolge nahe dem Flughafen Gefechte mit Rebellen geliefert.

Ein Vorstoss auf den Flughafen selbst scheint aber nicht geglückt zu sein. Die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete, «bewaffnete Terroristengruppen» - so werden die Rebellen von der Regierung bezeichnet - seien aus Gegenden auf beiden Seiten des Flughafens zurückgedrängt worden. Der Flughafen liegt rund 15 Kilometer südöstlich der Altstadt von Aleppo.

Die Kämpfe um Aleppo dauern schon fast vier Wochen an. Keine der Seiten konnte bislang eine entscheidende Wende herbeiführen.

Geiseln im Libanon freigelassen

Im benachbarten Libanon liess der Al-Mokdad-Clan 18 von 40 syrischen Geiseln frei, die der einflussreiche schiitische Familienverband in seiner Gewalt hält.

Der Clan, der für seine Verstrickung in den Drogenhandel bekannt ist, will mit der Geiselnahme von FSA-Sympathisanten im Libanon die Freilassung eines Angehörigen erzwingen, den die FSA bei Aleppo als angeblichen Söldner und Heckenschützen der Assad-Truppen gefangen genommen hatte.

Die Mokdads halten auch einen türkischen Staatsbürger fest und hatten angedroht, auch Bürger anderer Länder der Region, die die syrischen Rebellen unterstützen, zu entführen. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten daraufhin ihre Staatsangehörigen aufgefordert, den Libanon unverzüglich zu verlassen.

Das endgültige Ende der Syrien-Beobachtermission UNSMIS besiegelte der UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag (Ortszeit). An ihre Stelle soll nun ein Verbindungsbüro in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen.

(sda)

Deine Meinung