Aktualisiert 09.12.2008 17:01

Terrorismus 2.0Terroristen schwören auf Skype

Um Attentate abzusprechen, setzen Terroristen anstelle von herkömmlichen Telefonen und Handys ganz auf VoIP - und schützen sich damit vor Lauschangriffen.

Die Sicherheitsbehörden sehen sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus vor neue Probleme gestellt. Moderne Kommunikationsmittel wie Voice over IP (VoIP) lassen sich nicht abhören. Deshalb stehen Gratis-Dienste wie Skype nicht nur bei Millionen von Usern hoch im Kurs, sondern auch bei Verbrechern.

Bei den jüngsten Terronanschlägen in Mumbai haben die Terroristen nicht nur modernste GPS-Systeme, sondern auch Satellitentelefone und VoIP eingesetzt (20 Minuten Online berichtete). Nachdem die deutschen Sicherheitsbehörden die Lehren aus den Terroranschlägen von Mumbai gezogen haben, mussten sie sich eingestehen, dass es für Ermittler immer schwieriger wird, sich anbahnende Risiken im Voraus zu erkennen. Bundeskriminalamts-Präsident Jörg Ziercke sprach von so genanntem Call-Shop-Hopping, bei dem verschlüsselte Internet-Telefonate von verschiedenen Stellen aus geführt werden. Dafür werden auch nicht geschützte Hotspots in Wohnungen argloser Bürger mit schnellem Internetanschluss missbraucht. Die gesendeten Datenpakete lassen sich auf Wunsch mit einem Klick verschlüsseln und machen es Ermittlern so unmöglich, den Inhalt zu entziffern.

Auch in England wurde das Sicherheitsrisiko, welches von VoIP ausgeht, erkannt. Robert Hannigan, Sicherheitsberater des britischen Premiers Gordon Brown, berichtete, seine Regierung suche derzeit parlamentarische Mehrheiten für Massnahmen zur Überwachung der Internet-Telefonie. Er sprach von einer «grossen Herausforderung» für die nächsten Jahre.

(mbu/ap)

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