«Kreuzzug der Amerikaner» - Terrornetzwerk al-Qaida veröffentlicht neue Videobotschaft ihres Anführers
Aktualisiert

«Kreuzzug der Amerikaner»Terrornetzwerk al-Qaida veröffentlicht neue Videobotschaft ihres Anführers

Ein neues Video von Al-Sawahiri deutet darauf hin, dass der Ägypter noch leben könnte. Osama bin Ladens Nachfolger kritisiert den Westen – ausgerechnet am Jahrestag von 9/11.

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Al-Sawahiri ruft in einem neuen Video der al-Qaida zum Kampf gegen den Westen auf. Das Foto von ihm ist schon älter.

Al-Sawahiri ruft in einem neuen Video der al-Qaida zum Kampf gegen den Westen auf. Das Foto von ihm ist schon älter.

Screenshot Youtube/WION

Darum gehts

  • Die al-Qaida rufen 20 Jahre nach 9/11 erneut zum Kampf gegen den Westen auf.

  • Ein neues Video zeigt eine rund 60-Minuten-Ansprache des al-Qaida-Chefs Al-Sawahiri.

  • Die Annäherung mehrerer arabischer Staaten an Israel bezeichnet er als «Verrat».

20 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September hat das Terrornetzwerk al-Qaida eine neue Videobotschaft ihres Anführers Aiman al-Sawahiri veröffentlicht. In dem am Samstag über die sozialen Medien verbreiteten Film ruft Al-Sawahiri seine Anhänger dazu auf, die Staaten im Westen und ihre Verbündeten im Nahen Osten zu bekämpfen. Das rund 60 Minuten lange Video zeigt die erste Ansprache des al-Qaida-Chefs, seitdem es Ende vergangenen Jahres unbestätigte Gerüchte über seinen Tod gegeben hatte.

«Die USA verliessen Afghanistan gebrochen»

Analysten sehen in der Aufnahme Hinweise, dass Al-Sawahiri zu Beginn dieses Jahres am Leben war. So erwähne er einen Angriff auf das russische Militär im Nordwesten Syriens am 1. Januar, twitterte Rita Katz, die Direktorin der auf Propaganda von Extremisten spezialisierten «Site Intelligence Group».

Auch auf den Abzug des US-Militärs aus Afghanistan geht Al-Sawahiri ein. Die USA verliessen das Land nach 20 Jahren Krieg «gebrochen und geschlagen», erklärt er. Kein Wort sagt er hingegen zum dortigen Vormarsch der militant-islamistischen Taliban, die mit al-Qaida verbündet sind. Die Anschläge vom 11. September seien «eine Verletzung», wie sie die USA niemals erlebt hätten, sagt Al-Sawahiri.

Kritik an Freunden von Israel

Die Annäherung mehrerer arabischer Staaten an Israel bezeichnet er als «Verrat». Dabei handele es sich um einen «Kreuzzug», den Amerika anführe: «Und Israel ist eines der wichtigsten Werkzeuge dieses Kreuzzuges.» Die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, der Sudan und Marokko hatten sich im vergangenen Jahre mit Israel geeinigt, ihre diplomatischen Beziehungen zu normalisieren.

Der Ägypter Al-Sawahiri ist Nachfolger von Osama bin Laden, der als Kopf der Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA galt. Eine US-Spezialeinheit tötete Bin Laden 2011 in Pakistan. Die USA haben auf Al-Sawahiri ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 21 Millionen Euro) ausgesetzt. Fachleute gingen immer davon aus, dass er sich im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt.

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(DPA/mur)

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