Führerschein weg: Tesla-Automat fährt, Mann ist entspannter Beifahrer
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Führerschein wegTesla-Automat fährt, Mann ist entspannter Beifahrer

Ein Brite hat dem Autopiloten seines Tesla die komplette Kontrolle überlassen und auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Seinen Führerschein ist er jetzt los.

von
kko

Am Steuer dieses Tesla sitzt niemand. Der Fahrer entspannt sich auf dem Beifahrersitz und überlässt die Kontrolle dem Autopiloten. (Video: Tamedia/hertspolice)

Mit verschränkten Armen hinter dem Kopf entspannt Bhavesh Patel auf dem Beifahrersitz eines Tesla S 60 auf der Autobahn M1 nahe der britischen Stadt Hemel Hempstead. Ein Fahrer ist nicht zu sehen, der Platz hinter dem Lenkrad ist leer. Die Videoaufnahme stammt von einem Augenzeugen, schreibt die Polizei von Hertfordshire in einer Mitteilung.

Demnach hat Patel komplett auf den Autopiloten vertraut und auf dem Beifahrersitz sogar ein Nickerchen gehalten, während sein Elektroauto mit zirka 65 Kilometern pro Stunde auf der Strasse unterwegs war. Dem Augenzeugen zufolge soll es zu der Zeit viel Verkehr gehabt haben.

«Bin einfach der Unglückliche, der erwischt wurde»

Das, was er getan habe, sei «dumm» gewesen, gab der 39-Jährige aus Nottingham laut der Polizei zu. Aber sein Auto sei zu «Erstaunlichem» fähig und er sei nun eben einfach «der Unglückliche, der erwischt wurde».

Das sieht die Polizei anders. Patels Verhalten sei «unverantwortlich», sagt der für die Ermittlungen verantwortliche Beamte Kirk Caldicutt . «Er hat nicht nur sein eigenes Leben gefährdet, sondern auch das anderer unschuldiger Menschen.»

Gemeinnützige Arbeit, Reha-Kurs, Geldstrafe

Im Rahmen der Ermittlungen gab auch ein Tesla-Ingenieur ein Statement ab, in dem es heisst, das Assistenzsystem diene der Unterstützung eines «vollkommen aufmerksamen» Fahrers. Dieser dürfe sich aber niemals vollständig auf den Autopiloten verlassen.

Caldicutt hofft, die nun verhängte Strafe sei Tesla-Besitzer Patel eine Lehre: Dieser musste seinen Führerschein für die nächsten 18 Monate abgeben, 100 Stunden unbezahlte gemeinnützige Arbeit leisten, einen zehntägigen Reha-Kurs besuchen und umgerechnet rund 2450 Franken zahlen.

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