Gericht urteilt: Tesla-Fahrer bekommt Ausweis entzogen – weil er Scheibenwischer einstellte
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Gericht urteiltTesla-Fahrer bekommt Ausweis entzogen – weil er Scheibenwischer einstellte

Bei einem Tesla kann die Geschwindigkeit der Scheibenwischer nur über den eingebauten Bildschirm eingestellt werden. Dies wurde einem Tesla-Fahrer in Deutschland zum Verhängnis, nachdem er einen Unfall im Regen gebaut hatte.

von
Dominique Zeier
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So sieht ein Tesla von innen aus.

So sieht ein Tesla von innen aus.

Getty Images
Viele der bekannten Hebel und Knöpfe fehlen, dafür ist ein grosser Touchscreen installiert.

Viele der bekannten Hebel und Knöpfe fehlen, dafür ist ein grosser Touchscreen installiert.

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Dies wurde einem Tesla-Fahrer in Deutschland zum Verhängnis.

Dies wurde einem Tesla-Fahrer in Deutschland zum Verhängnis.

KEYSTONE

Darum gehts

  • In Karlsruhe wurde einem Tesla-Fahrer der Führerausweis für einen Monat entzogen.
  • Grund ist, dass der Fahrer während der Fahrt vom Touchscreen des Tesla abgelenkt war und einen Selbstunfall verursachte.
  • Der Fahrer argumentiert, er habe nur die Scheibenwischer des Autos korrekt einstellen wollen.
  • Bei einem Tesla kann die Geschwindigkeit der Scheibenwischer nur über den Touchscreen eingestellt werden.

Ein Tesla-Fahrer in Deutschland ist ausser sich: Wie das Oberlandsgericht in Karlsruhe entschieden hat, muss der Autofahrer seinen Führerausweis abgeben, nachdem er mit seinem Tesla im Regen einen Selbstunfall verursacht hat. Grund dafür ist, dass er zum Zeitpunkt des Unfalls «von einem elektronischen Gerät abgelenkt» worden sei, wie es in den Gerichtsdokumenten heisst.

Bei diesem elektronischen Gerät handelte es sich allerdings nicht um das Smartphone des Autolenkers, sondern um den Touchscreen des Tesla. Wie der Fahrer angegeben hat, hat er versucht, aufgrund des starken Regens die Scheibenwischer-Geschwindigkeit im Auto anzupassen. Tatsächlich können in einem Tesla die Scheibenwischer zwar mittels Knopfdruck aktiviert werden, diese passen sich aber automatisch an die Stärke des Regens an. Will ein Fahrer die Geschwindigkeit der Wischer selbst regulieren, ist dies laut BBC nur über die Einstellungen innerhalb des Touchscreens möglich.

«Bildschirm gilt als elektronisches Gerät»

In den Gerichtsdokumenten heisst es weiter: «Aufgrund nicht angepasster Blickzuwendung auf den Bildschirm und der damit verbundenen Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen kam der Betroffene bei regennasser Fahrbahn und starkem Regen jedoch von der Fahrbahn nach rechts ab, fuhr in eine Böschung und kollidierte dort mit einem Netzknotenstationierungszeichen und mehreren Bäumen.»

Wie ist die Situation in der Schweiz?

Wie das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Anfrage mitteilt, gelten in der Schweiz auf der Strasse die gleichen Regeln für alle, also auch für Tesla-Fahrer. Das Stichwort dabei laute «Ablenkung». «Die Aufmerksamkeit des Menschen am Lenkrad gehört der Strasse und den anderen Verkehrsteilnehmenden. Die einzige Aufgabe des Lenkers ist es, sein Gefährt sicher für sich und andere durch den Verkehr zu bewegen», sagt Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Astra. Daher dürfe man keine Verrichtungen vornehmen, die einen ablenkten.

«Viele moderne Fahrzeuge weisen Funktionen auf, welche über Touchscreens gesteuert werden, von Radio, Navi, Unterhaltungssystem über Klimaanlage oder Fahrwerkseinstellungen bis offenbar hin zu Scheibenwischer-Einstellungen.» Eine kurze Manipulation am Bediensystems sei sicher möglich, das Eingeben eines neuen Fahrziels liege hier aber beispielsweise nicht drin, ebenso wenig das Konfigurieren von Fahrzeugfunktionen in Untermenüs. «Das lenkt sehr stark ab und ist äusserst gefährlich. Dazu muss aus unserer Sicht das Fahrzeug stillstehen», so Rohrbach.

Folglich gelte auch in der Schweiz: Wer sich so stark ablenken lässt, dass er nicht mehr sicher unterwegs ist oder gar einen Unfall verursacht, wird verzeigt und muss mit einer Busse rechnen. Diese wird im Einzelfall vom zuständigen Gericht festgelegt. Zusätzlich folgt ein Ausweisentzug oder – bei leichten Fällen – eine Verwarnung.

Aufgrund dieses Beschriebs entschied das Amtsgericht in Karlsruhe in erster Instanz, dass der Autofahrer die notwendige Sorgfalt und Aufmerksamkeit im Strassenverkehr nicht aufgewiesen habe. Er hätte daher den Sachschaden vorhersehen und verhindern können. «In rechtlicher Sicht hat das Amtsgericht den im Tesla fest installierten Berührungsbildschirm (Touchscreen) als ein elektronisches Gerät angesehen.»

Aus diesem Grund sei es gerechtfertigt, dem Fahrer für einen Monat lang seinen Ausweis zu entziehen. Der Tesla-Besitzer sah dies allerdings anders und zog das Urteil an das Oberlandsgericht weiter. Aber auch dort scheiterte er, und der Richter gab dem bereits gefällten Urteil recht. Auch wenn die Einstellungen bei einem Tesla auf einem Bildschirm vorgenommen werden müssen, müsse der Fahrer stets die volle Kontrolle über das Fahrzeug behalten, heisst es.

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304 Kommentare
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elandaluz01

08.08.2020, 00:10

Man kann ja auch nicht, während der Fahrt, einen Ölwechsel machen!

Bürger

08.08.2020, 00:06

Komisch man sagt ja Autos mit Knöpfen sind sauteuer aber ein Tesla ohne Knöpfe ist ab 50 K zu haben und wenn mal so ne MCU Flöten geht das kostet dann der spass 6 K ???

Super Bleifrei

07.08.2020, 22:51

Manche Leute (so wie dieser Tesla Fahrer) sollten entmündigt werden, wie kann man meinen man ist nicht selber schuld obwohl man nicht mehr in Straßenverkehr aufpasst, vollkommen egal was mit dem Wischer war.