Aktualisiert 01.07.2020 09:41

Tesla-Knowhow für Zürcher Microlino

Jochen Rudat, der ehemalige Direktor Zentraleuropa von Tesla, tritt dem Micro Advisory Board bei, um das Schweizer Unternehmen bei der Markteinführung des Microlinos zu unterstützen

von
Dieter Liechti
Ex-Tesla-Manager Jochen Rudat soll dem Schweizer Microlino mit seiner Erfahrung auf die Strasse helfen.

Ex-Tesla-Manager Jochen Rudat soll dem Schweizer Microlino mit seiner Erfahrung auf die Strasse helfen.

Micro

Der Deutsche Jochen Rudat startete 2009 bei Tesla als deren erster Mitarbeiter in der Schweiz. Er begann mit dem Verkauf des ersten Tesla Roadsters (gebaut und designt bei Lotus im englischen Hethel) und eröffnete 2010 den ersten Tesla Store in Zürich. In seinen 10 Jahren bei Tesla baute er mehrere Märkte auf, darunter die Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien und war dreieinhalb Jahre als Direktor Zentraleuropa tätig. Rudat war direkt verantwortlich für 35 Stores und 300 Mitarbeiter, wobei er mit seinem Team sowohl den Roadster als auch die Modelle S, X und 3 in den Markt einführte.

«Der Microlino ist das erste Lifestyle-Fahrzeug in der Kategorie der Leichtelektrofahrzeuge und hat ein grosses Potenzial als Alternative zu einem normalen Auto», ist Rudat, der nach einem Abstecher zu Pininfarina ein Beratungsunternehmen für Elektromobilität aufbaut, überzeugt. «Die aktuellen Megatrends und Umweltherausforderungen werden kleine Fahrzeuge wie den Microlino wichtiger denn je machen.»

200 Kilometer für zwei Erwachsene

Micro wird voraussichtlich 2021 mit der Auslieferung seines elektrischen Stadtautos Microlino beginnen, für das bereits mehr als 18'000 Reservierungen vorliegen. Der Microlino wird ab 12‘000 Euro erhältlich sein und hat eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern. Platz bietet der 513 Kilogramm leichte Stadtflitzer «für 2 Erwachsene und 3 Bierkisten». Die Microletta, ein elektrischer dreirädriger Motorroller, soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Micro plant den Microlino direkt über seine Website und seine eigenen Micro Mobility Stores zu vertreiben, in denen die gesamte Palette an Elektrofahrzeugen von Micro verkauft werden wird. Für den Service wird Micro mit bestehenden Werkstattnetzen wie Bosch Car Service zusammenarbeiten. «Wir wollen die gesamte Palette der Mikromobilität anbieten», erklärt Mitgründer Oliver Ouboter. «Vom E-Scooter bis hin zu Leichtelektrofahrzeugen wie dem Microlino. Dabei kann uns Jochen Rudat mit seiner Erfahrung beim Vertrieb optimal unterstützen.»

Spannendes Doppel: Der Microlino (links) kommt 2021, die Microletta «zu einem späteren Zeitpunkt».

Spannendes Doppel: Der Microlino (links) kommt 2021, die Microletta «zu einem späteren Zeitpunkt».

Micro

«Better urban lifestyle»

Die Micro Mobility Systems entwickelt innovative, urbane Mobilitätslösungen für Kinder und Erwachsene. Ihr Ziel ist es, mit ihren Produkten zu einem «better urban lifestyle» beizutragen. Micro hat 1999 den ersten faltbaren Tretroller auf den Markt gebracht, der sich millionenfach verkaufte. Zudem wurden Kooperationen mit unterschiedlichen internationalen Marken eingegangen, darunter ein E-Scooter in Zusammenarbeit mit Mercedes und ein fahrbarer Koffer mit der Marke Samsonite. Micro wurde 1996 von Wim Ouboter in Küsnacht bei Zürich gegründet und ist seither familiengeführt. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in 80 Ländern und in über 6000 Geschäften. Im Jahre 2015 wurde die Entwicklung des Elektroautos Microlino gestartet und wird von Wim Ouboter’s beiden Söhnen Oliver und Merlin geleitet. 2020 wurde Micro von «FastCompany» als eine der «Most Innovative Companies 2020» in Europa ausgezeichnet.

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27 Kommentare
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Hemi426

02.07.2020, 14:06

Die Fronttüre war schon in den 50-ern ein Sicherheitsrisiko. Wie kommt man raus bei einem Frontalcrash? Lustig anzusehen ist er ja, aber das Design ist halt einfach nur geklaut.

Belleepöqueller

02.07.2020, 11:31

Das soll Retro sein? Da verstehe ich etwas anderes darunter. Nämlich die schönen Autos aus der Zeit den goldenen 50er und 60er-Jahre.

rakete

02.07.2020, 09:29

Wie dazumals der Smart. Wo ist der abgeblieben?