E-Bolide: Tesla-Lieferungen brechen um ein Drittel ein
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E-BolideTesla-Lieferungen brechen um ein Drittel ein

Der Pionier in Sachen E-Autos lieferte fast ein Drittel weniger Fahrzeuge in die Schweiz als 2017. Ist der Boom zu Ende?

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rkn/sas
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Dieses Jahr kamen 31 Prozent weniger Tesla-Autos in die Schweiz als in den ersten vier Monaten des Vorjahrs.

Dieses Jahr kamen 31 Prozent weniger Tesla-Autos in die Schweiz als in den ersten vier Monaten des Vorjahrs.

AP/David Zalubowski
Vor allem vom neueren Model X wurden in der Schweiz mit 146 Autos merklich weniger ausgeliefert als in der Vorjahresperiode (260).

Vor allem vom neueren Model X wurden in der Schweiz mit 146 Autos merklich weniger ausgeliefert als in der Vorjahresperiode (260).

Tesla Motors / Handout
Wars das jetzt mit dem Tesla-Boom in der Schweiz? Andreas Herrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, hält das für unwahrscheinlich.

Wars das jetzt mit dem Tesla-Boom in der Schweiz? Andreas Herrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, hält das für unwahrscheinlich.

Institut für Customer Insight c/o Institut für Customer Insight

Von Januar bis April 2018 hat Tesla in der Schweiz fast ein Drittel weniger Autos geliefert als in der gleichen Periode im Vorjahr. Dabei kamen im ersten Quartal dieses Jahres über 20 Prozent mehr Elektroautos auf die Schweizer Strassen, wie der Auto-Gewerbe-Verband Schweiz schreibt. Tesla gehört dem Verband nicht an.

Die Lieferzahlen, die oft als Hinweis auf die Verkäufe gewertet werden, stammen von der Vereinigung der offiziellen Automobil-Importeure und zeigen, dass vor allem vom neueren Model X mit 146 Autos merklich weniger ausgeliefert wurden als in der Vorjahrsperiode (260). Wars das jetzt mit dem Tesla-Boom in der Schweiz?

Andreas Herrmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen, hält das für unwahrscheinlich. Tatsächlich sehe es eher aus, als würde das Interesse an Tesla-Autos in der Schweiz sogar steigen. Tesla bestätigt gegenüber 20 Minuten, dass zumindest die Zahl der teilverbindlichen Bestellungen sogar gestiegen sei.

Gebrochenes Versprechen

Herrmann glaubt eher, dass Tesla nicht liefern kann, weil das Unternehmen Schwierigkeiten mit der Produktion hat. Tesla machte in den vergangenen Monaten wiederholt Schlagzeilen, weil die Firma nicht in der Lage war, die von CEO Elon Musk versprochene Anzahl an Autos zu produzieren. Für so ein junges Unternehmen seien solche Probleme «schon fast normal», sagt Experte Herrmann zu 20 Minuten. Schliesslich hätten andere Hersteller in Sachen Produktionserfahrung 130 Jahre Vorsprung vor Tesla.

BMW-Manager wettert gegen Tesla, Google & Co.

«Es ist etwas anderes, die Produktion eines Autos zu skalieren als die eines Smartphones», warnt BMW-Manager Schwarzenbauer vor falschen Hoffnungen.

«Es ist etwas anderes, die Produktion eines Autos zu skalieren als die eines Smartphones», warnt BMW-Manager Peter Schwarzenbauer Firmen wie Tesla. (Video: Los Angeles Auto Show)

Einen Zusammenhang zwischen den Produktionsengpässen und den wenigen Lieferungen in die Schweiz wollte Tesla auf Anfrage jedoch nicht bestätigen. Stattdessen wird betont, dass Schwankungen bei den Lieferungen üblich seien. Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer erklärt auf Anfrage von 20 Minuten, dass es normal sei, dass die Verkäufe bei Modellen zurückgehen, nachdem sie einige Jahre auf dem Markt waren.

Produktionschaos ist ausschlaggebend

Der Experte ist überzeugt, dass das Produktionschaos beim neuen Model 3, der 2019 auf den internationalen Markt kommen soll, ausschlaggebend für die Zukunft von Tesla ist. Wenn Musk es schaffe, dieses Chaos zu bereinigen, seien die Chancen für einen Wachstumsschub im nächsten Jahr gross, sagt er zu 20 Minuten. «2018 wird das wohl nicht viel werden», fügt Dudenhöffer hinzu.

Tesla liefert weniger, obwohl mehr E-Autos auf die Strasse kommen: Der Pionier bekommt also mehr und mehr Konkurrenz. So ist Jaguar mit dem i-Pace auf dem Markt und Firmen wie Porsche sowie Audi wollen 2019 ihre E-Autos lancieren. «Die Zeit läuft gegen Musk», so der Auto-Experte. Noch habe sein Unternehmen aber eine Chance gegen die wachsende Konkurrenz.

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