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Trick mit UmweltprämieTesla soll Geld vom Staat erschwindelt haben

Der kalifornische Autobauer bewarb in Deutschland ein Modell, das es so gar nicht gibt. Die Regierung zieht nun die Konsequenzen.

von
dob
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In Deutschland gibt es für den Kauf eines E-Autos unter 60'000 Euro einen Umwelt-Rabatt vom Staat. Dieser kann bis zu 4000 Euro betragen.

In Deutschland gibt es für den Kauf eines E-Autos unter 60'000 Euro einen Umwelt-Rabatt vom Staat. Dieser kann bis zu 4000 Euro betragen.

AP/Chuck Burton
Die edlen Karossen von Tesla sind aber deutlich teurer. Dennoch erhielten Käufer eines Tesla die staatliche Umweltprämie.

Die edlen Karossen von Tesla sind aber deutlich teurer. Dennoch erhielten Käufer eines Tesla die staatliche Umweltprämie.

Morgan Sette
Denn Tesla-Chef Elon Musk griff offenbar zu einem Trick.

Denn Tesla-Chef Elon Musk griff offenbar zu einem Trick.

Keystone/Francois Mori

Tesla steht in Deutschland im Verdacht des Subventionsbetrugs, des unlauteren Wettbewerbs und der Konsumententäuschung. Grund: Mit einem Trick soll der amerikanische Hersteller von Elektroautos seinen Käufern Zugang zur staatlichen Umweltprämie von bis zu 4000 Euro verschafft haben, wie das «Manager-Magazin» berichtet.

Damit hat sich Tesla wohl widerrechtlich staatliche Subventionen erschlichen. Zumindest sieht das offenbar die deutsche Bundesregierung so, denn sie hat den Autobauer von der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge gestrichen. Das heisst: Tesla-Käufer erhalten keinen Umweltrabatt mehr.

Abgespecktes Basismodel

Die Umweltprämie hatte Deutschland im letzten Jahr eingeführt, um den Absatz von umweltfreundlichen Fahrzeugen zu fördern. Damit nicht auch die bis zu 150'000 Euro teuren Luxusversionen von Tesla subventioniert werden, setzte die Regierung eine Obergrenze fest: Die Prämie galt daher nur für E-Autos mit einem Verkaufspreis bis zu 60'000 Euro.

Doch Tesla-Chef Elon Musk wusste sich offenbar zu helfen. Er erdachte sich einfach ein arg abgespecktes Basismodell für rund 58'000 Euro. Die bei einem Model S eigentlich serienmässigen Standards wie Navigationssystem, Rückfahrkamera oder elektrisch einklappbare Aussenspiegel waren nicht dabei, schreibt das «Manager-Magazin». Diese konnte der Käufer dann mittels «Komfortpaket» dazukaufen. Damit war der Umweltrabatt gesichert.

Ohne Extras gibts keinen Tesla

Verdeckte Testkäufe eines Model S 75D haben nun aber gezeigt: Das Modell war ohne das Komfortpaket gar nicht erhältlich. Wie ein Tesla-Kundenberater dem Testkäufer erklärte, gehe es beim Basismodell ausschliesslich darum, den «Umweltbonus mitzunehmen».

Auch andere Kunden haben laut «Manager-Magazin» ähnliche Erfahrungen gemacht. Entweder stornierte Tesla die Bestellungen des Model S 75D ohne Extras, oder das Auto wurde zum Basispreis geliefert – allerdings mit der Komfort-Ausstattung.

Anschuldigung ist komplett falsch

Tesla wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Die Anschuldigung ist komplett falsch», teil der Autobauer 20 Minuten mit. Man könne in Deutschland eine Basisversion der Model S auch ohne Komfortpaket kaufen. «Solche Versionen haben wir schon an Kunden geliefert», so Tesla. Gegen Verkäufer, die etwas anderes behaupteten, werde man falls nötig entsprechende Schritte einleiten.

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