Aktualisiert 14.02.2015 09:12

Elektroautos

Tesla will so wertvoll werden wie Apple

Alle Welt bejubelt die Elektroautos von Tesla. Doch die Firma steckt tief in den roten Zahlen. CEO Elon Musk hofft nun auf den Durchbruch mit einem neuen Modell.

von
K. Wolfensberger
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Eine Falcon-9-Rakete der Firma SpaceX von Elon Musk verlässt die Cape-Canaveral-Raumstation.

Eine Falcon-9-Rakete der Firma SpaceX von Elon Musk verlässt die Cape-Canaveral-Raumstation.

Keystone/AP/John Raoux
Die Firma wurde von Elon Musk gegründet, der auch die Elektroauto-Firma Tesla und den Internetbezahldienst Paypal gegründet hatte.

Die Firma wurde von Elon Musk gegründet, der auch die Elektroauto-Firma Tesla und den Internetbezahldienst Paypal gegründet hatte.

Keystone/AP/Paul Sancya
Für gewisse Personen ist Elon Musk ein Visionär und Pionier, für andere ist er bloss ein Träumer.

Für gewisse Personen ist Elon Musk ein Visionär und Pionier, für andere ist er bloss ein Träumer.

Keystone/AP/jae C. Hong

Elon Musk ist ein Optimist. Der CEO des Elektroautobauers Tesla sagte an der Zahlenpräsentation für das Jahr 2014: «In zehn Jahren wird Tesla einen Marktwert von 700 Milliarden Dollar haben – so viel wie Apple.» Was gar nicht zu dieser Aussage passt: Im Schlussquartal 2014 erhöhte sich der Verlust von Tesla im Jahresvergleich von 16 auf 108 Millionen Dollar. Die Aktie fiel umgehend um fast vier Prozent.

Auch die Gesamtzahl ausgelieferter Elektroautos liegt bei Tesla noch im sehr tiefen Bereich. So produzierte das Unternehmen im letzten Vierteljahr insgesamt 11'627 Stück seines Models S. Über das ganze Jahr gesehen waren es ungefähr 35'000 Autos. In der Schweiz lieferte Tesla 2014 496 Wagen aus – bei einem Preis von 83'000 bis 147'000 Franken.

Ein günstiges Modell

Richtig aufwärtsgehen soll es bei den Verkaufszahlen ab 2017. Dann möchte Tesla mit dem Model 3, das etwa 35'000 Franken kosten wird, den Massenmarkt entern. Derzeit baut das Unternehmen deshalb eine grosse Batterien-Fabrik im US-Bundesstaat Nevada. In der Schweiz werden nach Basel, Genf und Zürich bald in Zug und Bern Verkaufslokale eröffnet. Bis 2025 will Musk schliesslich «ein paar Millionen Autos jährlich» verkaufen. Geld verdienen soll sein Unternehmen schon ab 2020.

Von Kleinigkeiten wie sinkenden Aktienkursen oder steigenden Verlusten lässt sich der gebürtige Südafrikaner also nicht beeindrucken. Streng gilt die Devise: Elektroautos bauen, den Marktanteil steigern und versuchen, die Konkurrenz unter Druck zu setzen. Dabei überrascht Musk immer wieder mit ungewöhnlichen Schritten. Zum Beispiel verkündete er letzten Sommer, dass Wettbewerber seine Technologien kostenlos nutzen können. Das Ziel der Massnahme: die Verbreitung stromgetriebener Fahrzeuge auf der Welt beschleunigen.

Start bei Paypal

Folgt jetzt also der grosse Durchbruch? Für Tesla-Fans ist die Antwort ein klares Ja. Anders sieht es beispielsweise der deutsche Automobil-Professor Ferdinand Dudenhöffer: «Billiges Öl, schwache CO2-Standards und wenig Initiativen von Staaten wie Deutschland oder der Schweiz – den Elektroautos wird die Luft zum Atmen abgeschnürt.» Das geschäftliche Engagement von Musk sei aber auch in anderen Staaten äusserst risikoreich. «Hoffnung gibt es allenfalls in China. Setzt die Regierung dort auf Tesla, dann könnte es klappen – sonst eher nicht», so der Experte.

Den Grundstein seiner Unternehmerkarriere legte Tesla-CEO Musk allerdings nicht in der Auto-, sondern in der Internetbranche. Er begann im Silicon Valley und gründete dort 1995 mit dem Onlineverzeichnis Zip2 sein erstes Start-up. Dieses verkaufte er schliesslich an die Suchmaschine AltaVista. Danach startete er den Onlinebezahldienst X.com, der später zu Paypal wurde. Die Firma wurde 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkauft und der erst 32-jährige Musk war ein reicher Mann.

Ein Leben auf dem Mars

Mit seinem Erlös von 165 Millionen Dollar gründete Musk die Firmen SpaceX und Tesla. Mit Ersterer will er die Raumfahrttechnologie vorantreiben. Um den Faktor zehn sollen Raketenstarts billiger werden. Und Musk will mit SpaceX tatsächlich ganz nach oben. Sein Traum: Ein Leben auf dem Mars. Bei Tesla wiederum lautet der Masterplan, die Menschheit in eine benzinfreie Zukunft zu führen.

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