Beerdigung: Tessin sagt Bignasca Ciao
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BeerdigungTessin sagt Bignasca Ciao

Das Tessin verabschiedet sich vom verstorbenen Lega-Präsidenten Giuliano Bignasca. Zu seiner Beerdigung am Nachmittag in Lugano TI werden Tausende von Menschen erwartet.

Die letzte Reise von Giuliano Bignasca soll am Zentrum seines Wirkens beginnen. Seit Freitagabend ist der Verstorbene am Sitz der Lega in Lugano in der Via Monte Boglia aufgebahrt. Von dort wird es eine Prozession bis zum Hauptfriedhof geben. An diese schliesst sich die Trauerfeier an.

Die Stadt Lugano lädt auf ihrer Internetseite die Bevölkerung ein, an dieser Zeremonie teilzunehmen. Entsprechend ist mit grossem Zulauf zu rechnen. Tessiner Politiker aller Parteien sowie Vertreter des Staatsrats werden erwartet.

Angekündigt hat sich auch der Präsident der italienischen Region Lombardei, Roberto Maroni. Als Chef der italienischen «Lega Nord» war er mit dem Tessiner Lega-Präsidenten gut befreundet, wie er der italienischen Nachrichtenagentur ansa sagte.

Bignasca verstarb in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 67 Jahren. Er soll sich am Mittwochabend nach einer Parteiversammlung unwohl gefühlt haben. Am Donnerstagmorgen wurde er tot zu Hause aufgefunden. Vermutlich erlag er einem Herzstillstand.

Tod hinterlässt Vakuum

Der unerwartete Tod von Giuliano Bignasca hat bei der Lega dei Ticinesi ein Vakuum hinterlassen. Noch ist offen, wer in Zukunft bei der Rechtspartei die Fäden in die Hand nehmen soll. «Bignasca war die Lega, die Lega war Bignasca», sagte dazu am Freitag Staatsrat Marco Borradori (Lega) der RSI.

Borradori, der als Gemeindepräsident für Lugano kandidiert, wollte sich nicht festlegen, ob er selbst Bignascas Rolle übernehmen wolle. «Wichtig ist erst einmal, dass die Lega fest zusammenhält». sagte er. Denn das Risiko, das die Partei ohne ihre poltrige Leitfigur aueinanderfallen könnte, scheint nicht unerheblich.

Keine Parteigremien

Über eine klare Struktur verfügt die Partei nicht. Bignasca war «Präsident auf Lebenszeit». Nun plötzlich Gremien und klare Hierarchien zu schaffen, sei schwer vorstellbar, sagte Grossrats-Präsident Michele Foletti gegenüber der RSI. Dies würde nicht zu der Bewegung passen. Eine Zukunft sieht er trotzdem.

Das Schicksal der Lega könnte auch an die Entwicklung des Parteiblatts «Il mattino della Domenica» geknüpft sein. Es fungierte als Sprachrohr. Die Zeitung wurde zu einem grossen Teil von Bauunternehmer Bignasca finanziert. Borradori sagte, sich erst einmal mit den Autoren der Zeitung, Bignascas Sohn Boris und Nationalrat Lorenzo Quadri besprechen zu wollen.

Keine Entscheidung fiel bisher zur Nachfolge Bignascas in der Stadtregierung Luganos. Foletti würde theoretisch bis zu den Wahlen am 14. April nachrücken. Er würde aber vorziehen, den Sitz vakant zu lassen, wie er sagte. (sda)

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